Erstellt am 14. Juni 2014, 15:02

von APA/Red

Bayer mit Klagen in USA konfrontiert. Dem Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer stehen einem Zeitungsbericht zufolge in den USA erste Klagen wegen seines Schlaganfallmittels Xarelto ins Haus.

Bisher gebe es eine einstellige Zahl von Klagen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Nebenwirkungen des Gerinnungshemmers, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) in ihrer Samstagsausgabe unter Berufung auf Insider des Konzerns.

Ein Sprecher von Bayer wollte sich zu den Aussagen über die Xarelto-Klagen nicht äußern. Er wies aber darauf hin, dass bis heute die Erfahrungsdaten zur Sicherheit des Medikaments nach der Markteinführung mit den Ergebnissen aus den klinischen Studien übereinstimmen, an denen mehr als 75.000 Patienten teilgenommen haben.

Xarelto ist Bayers wichtigstes Medikament

Die Tablette, die vor gefährlichen Blutgerinnseln schützen soll und auch gegen Thrombosen bei schweren Hüft- und Kniegelenksoperationen eingesetzt wird, ist mit Erlösen von 949 Millionen Euro im vergangenen Jahr – fast dreimal so viel wie 2012 – derzeit das wichtigste neue Medikament von Bayer. Xarelto soll nach Schätzungen von Konzernchef Marijn Dekkers einmal Jahreserlöse von rund 3,5 Milliarden Euro einfahren.

Wie bei anderen neuen Gerinnungshemmern wie Pradaxa von Boehringer Ingelheim und Eliquis von Pfizer und Bristol-Myers Squibb besteht auch bei Xarelto ein Blutungsrisiko. Pradaxa war wegen Todesfällen in die Schlagzeilen geraten.

Vorwurf: Tödliche Blutungen

Zur Beilegung tausender Klagen in den USA hatte Boehringer Ingelheim im Mai einen umfassenden Vergleich über umgerechnet 470 Millionen Euro geschlossen. Kläger in den USA hatten das Schlaganfallmittel für schwere und zum Teil tödliche Blutungen verantwortlich gemacht. Sie hatten Boehringer vorgeworfen, nicht ausreichend über das Risiko möglicher Blutungen informiert zu haben.