Erstellt am 15. Februar 2015, 11:50

Bayern im Torrausch - HSV "beschämend". Wenn der FC Bayern einen Aufbaugegner benötigt, dann kommt am besten der Hamburger SV vorbei. Das Wettschießen des deutschen Fußball-Rekordmeisters beim 8:0 gegen die Hanseaten katapultierte die Münchner zurück in die Meisterform.

Und es war zugleich die optimale Anschubhilfe bei der letzten Aufwärmrunde vor dem Beginn der K.o.-Spiele in der Champions League. "Das war gut fürs Selbstvertrauen. Wir nehmen uns vor, die Form mit ins Spiel gegen Schachtar Donezk zu nehmen, auch wenn wir da sicher keine acht Tore schießen werden", sagte Thomas Müller vor der Reise in die Ukraine am Montag. Müller sprach aber auch kritisch die extreme Schnelllebigkeit des Fußball-Geschäftes an: "In den ersten drei Spielen wurden wir ein wenig hinterfragt. Jetzt will ich nicht, dass wir hochgejubelt werden. Das geht einem zu schnell zwischen Gurkenspieler und Weltklassespieler."

Fakt ist jedoch: Die Spielfreude ist beim souveränen Tabellenführer zurück. "Wenn du so spielst, macht das natürlich Spaß", erklärte Bastian Schweinsteiger nach dem vierthöchsten Bundesliga-Sieg der Bayern. Clubkollege David Alaba, der zunächst im zentralen Mittelfeld und dann in der Abwehr agierte, absolvierte sein 100. Liga-Spiel für die Münchner.

Allianz Arena ist für HSV "Schreckensort"

Für die Hamburger war es nur zwei Jahre nach dem 2:9 in München die höchste Niederlage in 52 Bundesligajahren. "Beschämend" nannte Dietmar Beiersdorfer den Auftritt. Die Allianz Arena ist zum Schreckensort für die Norddeutschen geworden - in den jüngsten fünf Gastspielen hagelte es 31 Gegentreffer.

Bayern-Coach Josep Guardiola war hocherfreut. "Unsere Spielweise ist zurück", erklärte der Katalane. Mit Franck Ribery, Rafinha und Holger Badstuber meldeten sich zudem wertvolle Kräfte aus dem Verletztenstand zurück.

Wolfsburg auswärts erfolgreich

Der erste Bayern-Verfolger VfL Wolfsburg ließ den Rückstand von acht Punkten dank eines spektakulären 5:4 auswärts gegen Bayer Leverkusen nicht weiter anwachsen. Großer Held der Wolfsburger war Bas Dost mit vier Treffern. "Ich muss mich erstmal zwicken, ob das wirklich passiert ist", sagte der niederländische Stürmer.

Die Dramaturgie des Spiels in Leverkusen hatte es in sich: 3:0 hieß es zur Pause für Wolfsburg, doch nach dem Seitenwechsel starteten die Gastgeber eine Aufholjagd bis zum 4:4, ehe Dost kurz vor Ende den Schlusspunkt setzte. Die Leverkusener liegen damit weiterhin an der sechsten Stelle, auf einen Champions-League-Fixplatz fehlen schon vier Zähler.

Nur noch drei Punkte hinter Bayer rangiert Werder Bremen auf Platz acht. Die Norddeutschen feierten beim 3:2 gegen den FC Augsburg mit Alexander Manninger im Tor den fünften Sieg in Folge, wobei Zlatko Junuzovic einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung glänzte. "Diese Truppe macht mir richtig Spaß", schwärmte der ÖFB-Teamspieler, der zwei Tore vorbereitete. Mit 13 Vorlagen und 4 Toren ist der 27-Jährige der beste Scorer der Bremer.

Über neue Ziele - etwa das Erreichen eines internationalen Bewerbes - wollte der Mittelfeldspieler allerdings nicht sprechen. "Jetzt müssen wir nicht die Klappe aufreißen", sagte Junuzovic.

Weniger gut läuft es derzeit für seine Nationalteam-Kollegen Martin Harnik und Florian Klein beim VfB Stuttgart. Die Schwaben liegen nach einem 1:2 bei Hoffenheim am Tabellenende. Einen Rückschlag setzte es auch für Schalke mit Christian Fuchs beim 0:1 in Frankfurt.