Erstellt am 02. April 2014, 11:26

Bayern nach 1:1 in Manchester auf Halbfinal-Kurs. Nach zuvor sieben Auswärtssiegen en suite zwar nicht gewonnen, aber trotzdem zufrieden: Bayern München konnte mit dem 1:1 im Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel bei Manchester United gut leben.

Allein der Ausschluss von Bastian Schweinsteiger und das Fehlen von Javier Martinez im Heimspiel am Mittwoch wegen einer Gelb-Sperre trübten die Stimmung ein wenig bei ÖFB-Star David Alaba und Co. Dank des Ausgleichstreffers von Schweinsteiger, der am Dienstagabend im Finish Gelb-Rot sah (90.), sind die Bayern auf bestem Weg zur nächsten Halbfinal-Teilnahme in der Königsklasse, der vierten in fünf Jahren. Der deutsche Teamspieler glich in der 67. Minute mit einem spektakulären Volleyschuss den überraschenden Rückstand durch Nemanja Vidic (58.) aus.

Eine Woche nach dem Gewinn des 24. deutschen Meistertitels untermauerte der FC Bayern damit seinen Anspruch auf die historische Titelverteidigung in der Champions League. "Das ist ein ordentliches Ergebnis. Wir wollten hier gewinnen, aber wenn man 0:1 zurückliegt, kann man zufrieden sein. Das ist eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann werden wir weiterkommen", sagte Kapitän Philipp Lahm.

"Natürlich haben wir uns mehr vorgenommen. Wir haben es versäumt, in der ersten Halbzeit ein Tor zu machen", merkte Thomas Müller kritisch an. Bayern-Trainer Pep Guardiola war dennoch "ganz zufrieden. Wir haben ein Auswärtstor gemacht. Das war ganz wichtig. Wir werden trotzdem im Rückspiel versuchen zu gewinnen. Ich habe vollstes Vertrauen in meine Spieler", betonte der Katalane, dessen Elf nun bereits ein 0:0 zum Aufstieg reicht.

Auch Offensivspieler Arjen Robben bezeichnete das 1:1 als gutes Ergebnis. "Es ist nicht einfach, wenn ein Gegner hinten so tief steht", analysierte der Niederländer die 90 Minuten gegen den in der Premier League nur auf Platz sieben liegenden englischen Rekordmeister, der über weite Strecken wie ein angeschlagener Boxer wirkte.

United-Trainer David Moyes war trotzdem "wirklich erfreut"über die "sehr gute" Leistung seiner Mannschaft. "Wir haben uns vorgenommen, dass wir im Rückspiel noch eine echte Chance auf den Aufstieg haben wollen, das ist uns gelungen. Wir werden nach München fahren und versuchen, den Sieg zu holen", kündigte der Schotte an.

Auch das zweite Dienstagspiel brachte ein 1:1 zwischen dem FC Barcelona und Atletico Madrid, womit auch das vierte Saisonduell der beiden spanischen Titelrivalen remis endete. "Barca" war im Heimspiel zwar klar tonangebend, verabsäumte es aber in Führung zu gehen und geriet durch einen Weitschuss von Diego (56.) in Rückstand. Doch Neymar (71.) gelang noch der hochverdiente Ausgleich für die Katalanen. Der Brasilianer bleibt damit der einzige Barcelona-Torschütze in dieser Saison gegen Atletico.

"Wir haben mit enormer Teamarbeit ein gutes Resultat erreicht, aber das Duell ist noch immer offen", erklärte Atletico-Coach Diego Simeone, der mit seiner Mannschaft im Rückspiel den siebenten Semifinaleinzug in Serie von "Barca" vereiteln will. "Wir hätten uns einen Sieg verdient", ärgerte sich indes Barcelona-Kapitän Xavi über die vergebenen Chancen, lobte aber gleichzeitig die gute Defensivarbeit des Gegners. "Sie arbeiten hinten so hart, dass es fast kein Durchkommen gibt."

Sein Trainer Gerardo Martino war trotzdem zuversichtlich. "Die Leistung der Mannschaft hat gepasst. Wir müssen zwar jetzt unbedingt ein Tor in Madrid erzielen, aber ich bin überzeugt, dass uns das gelingen wird", meinte der 51-jährige Argentinier, der im Rückspiel am Mittwoch auf Innenverteidiger Gerard Pique verzichten muss. Der spanische Welt- und Europameister verletzte sich nach einem Zweikampf mit Stürmer Diego Costa nach nur zehn Minuten an der Hüfte und fällt rund vier Wochen aus.

Doch auch der Gegner beklagte einen verletzten Leistungsträger: Atletico-Topscorer Costa humpelte nach einer knappen halben Stunde mit einer Oberschenkelblessur vom Feld. Laut Simeone müssen noch weitere Untersuchungen abgewartet werden, bis man genau wisse, wie lange der Torjäger ausfalle.