Erstellt am 07. Oktober 2015, 10:27

Bayern/Salzburg: Bahnverkehr wieder aufgenommen. Nach über drei Wochen ist am Mittwoch der wegen der Flüchtlingskrise unterbrochene Zugsverkehr zwischen Salzburg und Bayern zum Teil wieder aufgenommen worden.

 |  NOEN, APA (dpa)

Die deutsche Privatbahn Meridian durfte wieder Züge von Freilassing nach Salzburg weiterführen. Richtung Bayern fuhren die Züge heute noch ohne Fahrgäste. Ab Donnerstag dürften auch ÖBB-Züge eingeschränkt wieder verkehren.

Vertreter der ÖBB und des Meridian verständigten sich am Mittwoch nach intensiven Gesprächen mit der deutschen Bundespolizei auf eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs über die Grenze. Als erster Schritt wurden Meridian-Züge von Bayern bis nach Salzburg genehmigt.

Vereinbart wurde auch, dass diese Verbindungen ab Donnerstag gemeinsam mit der S-Bahn der ÖBB zumindest im Zwei-Stunden-Takt geführt werden können. Außerdem wird es in Salzburg Zustiegskontrollen geben, um die Einreise von Migranten zu vermeiden, wie das Landratsamt Berchtesgadener Land mitteilte.

Ziel ist es, bald wieder einen normalen Fahrplan anbieten zu können. Der Meridian rechnete den wirtschaftlichen Schaden wegen des unterbrochenen Bahnverkehrs vor. Der tägliche Busnotverkehr zwischen Salzburg und Freilassing kostet demnach rund 5.000 Euro, bisher also in Summe rund 110.000 Euro. Dazu kommen die fehlenden Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf, die Meridian mit mehr als 100.000 Euro pro Woche bezifferte.

Unterdessen haben 2.385 Flüchtlinge in der Nacht auf Mittwoch den burgenländischen Grenzort Nickelsdorf erreicht. Diese seit Mitternacht verzeichnete Zahl nannte Mittwochfrüh die Landespolizeidirektion Burgenland. In Heiligenkreuz wurden keine Grenzübertritte von Asylwerbern registriert. Am Dienstag hatten insgesamt 5.800 aus Ungarn weitergereiste Flüchtlinge Nickelsdorf erreicht.