Erstellt am 21. April 2014, 10:44

Bayern zurück an Erfolgsstätte Bernabeu. Für Bayern-Legionär David Alaba bedeutet das Semifinal-Hinspiel in der Fußball-Champions-League am Mittwoch bei Real Madrid die Rückkehr in jenes Stadion, in dem er eine seiner bisher bemerkenswertesten Partien abgeliefert hat.

Im Estadio Bernabeu leistete der Wiener vor zwei Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Final-Aufstieg der Münchner, war aber gleichzeitig auch der tragische Held. Schon in der Anfangsphase sah Alaba damals wegen eines unglücklichen Handspiels, das ein Elfmeter-Tor von Cristiano Ronaldo zur Folge hatte, die Gelbe Karte. "Ich habe sofort gewusst, dass ich damit im Finale gesperrt wäre, und habe dann einfach mein eigenes Finale gespielt", erinnerte sich der 21-Jährige.

Auch dank einer starken Leistung Alabas kämpften sich die Bayern ins Elfmeterschießen, wo sie das bessere Ende für sich hatten. Der Österreicher verwertete den ersten Penalty souverän, während danach die Real-Stars Ronaldo, Sergio Ramos und Kaka allesamt scheiterten. "Das war ein ganz besonderes Spiel und dann nach dem Aufstieg ein unbeschreibliches Gefühl. Deswegen freue ich mich sehr, wieder ins Bernabeu zu kommen. Für solche Momente spielt man Fußball, davon träumt man schon als Kind", schwärmte der Linksverteidiger.

Die Partie vor zwei Jahren bezeichnete der kürzlich von einer Angina genesene Alaba als ein Highlight seiner Karriere. "Aber das Größte war sicher der Sieg im Champions-League-Finale gegen Dortmund letztes Jahr", betonte der 32-fache ÖFB-Internationale.

Um neuerlich ins Endspiel zu kommen, benötigen die Bayern laut Alaba gegen die "Königlichen" zwei Ausnahmeleistungen. "Real hat eine Mannschaft mit unglaublichen Einzelspielern, großen Persönlichkeiten und vorne mit Ronaldo, Bale und Benzema drei Weltklasse-Kicker, von denen jeder jederzeit ein Spiel im Alleingang entscheiden kann", warnte der Wiener.

Der teuerste Spieler aus diesem Trio - 100-Millionen-Euro-Mann Gareth Bale - wartet als direkter Gegenspieler auf Österreichs Sportler des Jahres. Obwohl der Waliser zuletzt im spanischen Cupfinale mit seinem fulminanten Siegestor gegen den FC Barcelona für Aufsehen sorgte, wird Alaba nicht in Ehrfurcht erstarren. "Er ist ein überragender, sehr schneller Spieler mit einem starken linken Fuß. Aber der Trainer wird für uns das richtige Konzept nicht nur gegen ihn, sondern auch gegen alle Real-Spieler finden."

Einen klaren Favoriten sieht Alaba im Duell zwischen dem deutschen und dem spanischen Rekordmeister nicht. "Wir müssen uns nicht verstecken und werden es Real so schwer wie möglich machen", sagte der Österreicher, der diesmal nicht in Gefahr ist, ein mögliches Endspiel wegen einer Gelbsperre zu versäumen.

Alaba ist nicht nur in dieser Saison unbelastet - der ÖFB-Star sah seit der Verwarnung in Madrid 2012 keine einzige Gelbe Karte mehr in einem Champions-League- oder Bundesliga-Match. "Die Gelbe Karte damals gegen Real hat mich zum Nachdenken gebracht. Seither habe ich versucht, mein Spiel zu ändern und es gelingt mir jetzt, gewisse Situationen anders zu lösen", so der Deutschland-Legionär.