Erstellt am 31. Juli 2014, 13:15

von APA/Red

Befristete Notunterbringung für Asylanten. Das Land Oberösterreich schafft eine Übergangslösung für die Notunterbringung von Asylwerbern.

Nächste Woche übernehme man 100 Personen aus Erstaufnahmezentren des Bundes und bringe diese bis Ferienende in Internaten von Landesfachschulen unter, so Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) am Donnerstag. Zudem inspizieren Beamte des Innen- und Verteidigungsministerium die Ebelsberg Kaserne in Linz.

Die Landesrätin bedankte sich bei Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) "für seine hohe Bereitschaft, an der Suche nach Quartieren mitzuwirken. Gemeinsam wird es uns gelingen, ausreichend neue Plätze für die Unterbringung der Flüchtlinge zu schaffen". Oberösterreich nehme seine Verantwortung in Asylfragen sehr ernst, man arbeite mit Hochdruck daran, zusätzliche Quartiersplätze zu erschließen. Jahn: "Insgesamt werden wir in den Sommermonaten bis Mitte September rund 250 neue Grundversorgungsplätze schaffen. Alleine im Juli wurden davon bereits 91 Plätze von Asylwerbern belegt.

Beamte prüfen Eignung für Asylanten-Notunterbringung

Die Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg wird am Donnerstagnachmittag von Beamten des Innen- und Verteidigungsministeriums inspiziert, um ihre Eignung für die Unterbringung von Asylwerbern zu prüfen. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hatte ja zuletzt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ein Angebot für die befristete Unterbringung von Flüchtlingen in der Hillerkaserne in Linz-Ebelsbergs unterbreitet. Allerdings gelte es zu prüfen, welche Vorkehrungen dafür getroffen werden müssen, hieß es unisono aus beiden Ministerien. Schließlich ist die Kaserne, die in ein bis zwei Jahren veräußert werden soll, noch in Betrieb, mit "Soldaten und Waffen". Da brauche es Abtrennungen und Sicherheitsmaßnahmen. Im Innenministerium zeigte man sich aber optimistisch: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - wir brauchen die Kaserne, wir wollen sie haben."

Dass der Sprecher des Militärkommandos Oberösterreich, Heinrich Birschkus, eine Unterbringung in der Hillerkaserne nicht für praktikabel hält, wird derzeit nicht als Hindernis betrachtet. Birschkus hatte die Pläne in den "Oberösterreichischen Nachrichten" gänzlich abgelehnt und zudem im "Standard" darauf hingewiesen, dass die derzeit nicht militärisch genutzten Gebäude baufällig seien. "Dort kann keiner einziehen." Das alles müsse man sich eben genau anschauen, hieß es darauf im Innenministerium.

Mit Stichtag 30. Juli waren in Oberösterreich 3.485 Menschen in der Grundversorgung untergebracht. Im ersten Quartal 2014 wurden 672 Personen aus Erstaufnahmezentren des Bundes übernommen.