Erstellt am 03. Juni 2016, 21:22

von APA/Red

Frank Stronach will sich zurückziehen. Das politische Projekt von Magna-Gründer Frank Stronach ist spätestens mit Ende der Legislaturperiode Geschichte: Er werde bei der nächsten Wahl nicht mehr persönlich antreten, bestätigte der austro-kanadische Milliardär bei einer Veranstaltung Freitagabend.

 |  NOEN, APA (Archiv)

"Der Name 'Stronach' wird auch nicht vorkommen", ließ er bezüglich der Zukunft seines Team Stronach wissen. Die 2012 von ihm gegründete Partei verliert also nicht nur das Scheckbuch des Unternehmers, sondern auch dessen prominenten Namen. "Ich bin sehr bedacht auf meinen Namen", erklärte der 83-Jährige, "da muss man aufpassen, dass der nie kreditgeschwächt wird". Bis zum Ende der Legislaturperiode werde er Parteiobmann bleiben, danach werde er "persönlich nicht mehr in der Politik sein".

Er habe seine Tätigkeit als Parteiobmann sehr ernst genommen, auch wenn er im Rückblick manches anders gemacht hätte - so habe er bisweilen "zu kräftig am Käfig gerüttelt". Aber es sei wichtig, nach vorne zu schauen. Er habe "ein gewisses Alter" und es brauche "jüngere Leute". "Mein Herz ist immer noch für Österreich", betonte Stronach, er werde "immer mit Rat und Tat zur Seite stehen" - wem konkret, sagte er nicht dazu.

Neues Projekt: Die Plattform "Vision Österreich"

Stronach, der sich in den vergangenen Monaten in Österreich rar machte, hatte für Freitagabend seine Fans zu einem "Wirtschaftssymposium" ins Magna Racino im niederösterreichischen Ebreichsdorf geladen. In der gut gefüllten, pompösen Halle demonstrierte er den Zuhörern bei gratis Häppchen dann auch gleich, dass er zwar seine Partei fallen lässt, nicht aber seine Ideen - und stellte sein neues Projekt vor: Die Plattform "Vision Österreich".

"Ich möchte das Feld weiter öffnen", erläuterte er den Sinn seiner neuen "Bewegung". Es handle sich um keine Partei, aber die "guten Leute" in Österreich müssten sich "einmal zusammengruppieren", befand Stronach. "Visionen sind unbegrenzt."

Die inhaltlichen Unterschiede zu seinem Team Stronach sind allerdings ziemlich begrenzt: "Wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, dann funktioniert gar nix", gab Stronach seine altbekannten Positionen großteils wortident wie bei seinen Partei-Auftritten zum besten. "Sorgen" bereiten dem Austro-Kanadier Schulden und Arbeitslosigkeit, als Rezepte dagegen wünschte er sich abermals, dass Politiker nur zwei Perioden dienen dürfen, eine Mitarbeiterbeteiligung in Unternehmen als "moralisches Recht", ein einfacheres Steuersystem und eine Verwaltungsreform.

Journalisten-Fragen wollte Stronach Freitagabend nicht beantworten: Er werde in einem Monat wieder nach Österreich kommen und dann mit der Presse sprechen.