Erstellt am 23. März 2016, 15:39

Belgien spielt doch: Testspiel nach Portugal verlegt. Das zunächst abgesagte Fußball-Länderspiel zwischen Belgien und Portugal soll am kommenden Dienstag (20.45 Uhr MEZ) im portugiesischen Leiria ausgetragen werden.

 |  NOEN, APA (AFP)

Darauf einigten sich beide Verbände am Mittwoch nach Rücksprache mit den Sicherheitsbehörden, wie der belgische Verband mitteilte. Die Partie sollte eigentlich in Brüssel stattfinden.

Angesichts der Terrorattacken vom Dienstag war das Spiel am Mittwochvormittag allerdings zunächst komplett abgesagt worden. Darum habe die Stadt Brüssel gebeten, hieß es zunächst. Bei dem Terrorakt in Brüssel waren am Dienstag mehr als 30 Menschen getötet und über 250 verletzt worden.

Die Portugiesen boten daraufhin an, kurzfristig als Gastgeber des Spiels einzuspringen. Der belgische Verband dankte den Portugiesen für ihre Flexibilität und ihr Angebot. Der portugiesische Verband habe seine "volle Solidarität" mit den belgischen Fußballern in dieser "harten und emotionalen Zeit" bewiesen.

Zugleich gaben die Belgier bekannt, noch am Mittwoch im Brüsseler König-Baudouin-Stadion trainieren zu wollen - hinter geschlossenen Türen. Bei der Einheit seien weder Fans noch Pressevertreter als Zuschauer zugelassen.

Im November vergangenen Jahres war kurz nach den Anschlägen von Paris bereits ein Testspiel der Belgier gegen Spanien abgesagt worden. Auch dieses Match sollte in Brüssel stattfinden. Die belgische Regierung habe angesichts der erhöhten Terrorstufe zu dieser Maßnahme geraten, hieß es damals in belgischen Medien.

EM-Gastgeber Frankreich will unterdessen trotz der Terrorserie in Europa das Final-Turnier nicht infrage stellen. "Die Fußball-Europameisterschaft abzusagen oder zu verschieben hieße, diesen Feiglingen recht zu geben", sagte Sport-Staatssekretär Thierry Braillard in einem Interview der Zeitung "L'Equipe". Er glaube auch nicht, dass die UEFA als Organisatorin der EM darüber nachdenke.

Braillard betonte, die Sicherheit sei eine zentrale Frage bei den Vorbereitungen für die EM, die am 10. Juni beginnen soll. "Im Hinblick auf die Sicherheit kann man nicht mehr tun", versicherte er. "Wir wiederholen es seit mehreren Monaten, die terroristische Bedrohung war von Anfang an Teil unserer Überlegungen." Braillard mahnte: "In solchen Momenten darf man nicht Angst zur Angst hinzufügen." Er bemühte sich auch, mögliche Sorgen der Teams zu zerstreuen: "Jede Mannschaft wird von Elite-Polizisten bewacht werden, wie auch ihre Trainingsorte und Unterkünfte."

Frankreich war im vergangenen Jahr mehrfach Ziel islamistischer Terroristen. In Paris starben dabei im November 130 Unschuldige, unter anderem sprengten sich drei Männer während eines Länderspiels in der Nähe des Stade de France in die Luft.