Erstellt am 15. August 2014, 08:50

Bergung des Höhlenforschers im Gang. Noch in der Nacht haben Rettungskräfte mit dem Abtransport des verletzten polnischen Höhlenforschers Marek G. aus der Jack Daniel's Höhle im Salzburger Tennengebirge begonnen.

"Wir hoffen, dass wir ihn morgen aus der Höhle herausgebracht haben", sagte Bergrettungssprecherin Maria Riedler am Freitag in der Früh zur APA. "Der Patient ist stabilisiert und versorgt", sagte Riedler. Übernacht haben die Einsatzkräfte auch noch das Kommunikationssystem in der Höhle verbessert. Noch gestern wurde eine Telefonleitung verlegt.

70 Einsatzkräfte bringen Bergematerial

Derzeit beteiligen sich rund 70 Bergretter und Höhlenretter an der aufwendigen Rettungsaktion. Aufgrund der vorübergehenden Wetterbesserung konnte auch ein Hubschrauber weiteres Bergematerial und Lebensmittel zur Laufener Hütte (1.726m) fliegen. Von dort wird das Material von den Einsatzkräften in einem rund eineinhalbstündigen Fußmarsch zum Eingang der Höhle auf 2.120 Meter Seehöhe nordöstlich des Bleikogels getragen.

Der Unfall hat sich am Donnerstag um 2.00 Uhr in der Nacht ereignet. Der Forscher ist in rund 250 Meter Tiefe etwa sieben Meter über eine Steilstufe abgestürzt. Die Ursache des Absturzes war vorerst unklar. Offenbar hat den Unfall niemand beobachtet. Der Pole war mit fünf Landsleuten in der Schachthöhle zu Forschungszwecken unterwegs. Bei dem Absturz hat er Bein- und Brustverletzungen und eine Gehirnerschütterung erlitten.

Wechselhaftes Wetter und Schneefall befürchtet

Die Rettungskräfte arbeiten derzeit noch intensiv an der mechanischen Erweiterung einer Engstelle in der Höhle, damit sie das Nadelöhr mit dem Verletzten, der auf einer Bergetrage liegt, passieren können. Auch ein polnischer Kamerad befindet sich bei dem Verletzten, wie die Bergrettungssprecherin erklärte. Jener Höhlenrettungsarzt, der gestern gegen 19.00 Uhr Marek G. erreicht und medizinisch betreut hatte, wurde bereits von einem Kollegen abgelöst. Dieser ist ebenfalls ein Höhlenrettungsarzt. Ein weiterer Arzt wurde zur Unterstützung angefordert.

Das wechselhafte Wetter ist für die Einsatzkräfte auch heute ein Thema. "Wir befürchten, dass zu Mittag eine Kaltfront kommt. Ab 2.000 Meter Seehöhe ist mit Schneefall zu rechnen. Auch jetzt ist es nass und kalt oben", schilderte Maria Riedler. Ein Teil der Rettungsmannschaft wurde bereits ausgetauscht. Weiteren Informationen gibt die Einsatzleitung am heutigen Freitag um 11.00 Uhr bei einer Pressekonferenz im Feuerwehrhaus Abtenau bekannt.