Erstellt am 02. Juni 2015, 10:47

von APA/Red

Ratlosigkeit in Griechenland nach Spitzentreffen. Wenige Stunden nach einem Spitzentreffen in Berlin zur griechischen Finanzkrise herrscht in Athen Ratlosigkeit.

Einmal mehr ist vieles unklar für Griechenland  |  NOEN, APA (epa)

Vor allem, weil niemand in Athen Genaueres über den Inhalt des vermeintlich letzten Angebote der Gläubiger Griechenlands weiß. Arbeitsminister Panos Skourletis signalisierte am Dienstag gegenüber dem Sender Skai TV Härte: "Es gibt keinen Spielraum für mehr Kompromisse", sagte er.

Athen will keine Ultimaten akzeptieren

"Wir warten darauf, dass die andere Seite ihrer Verantwortung nachkommt", fügte der Arbeitsminister hinzu. Nach den Worten des stellvertretenden Regierungschefs Giannis Dragasakis will Athen keine Ultimaten akzeptieren und sich von den Geldgebern nicht erpressen lassen. Die griechische Gesellschaft und die Wirtschaft könnten keine weiteren harten Sparmaßnahmen ertragen, fügte der für die Finanzen zuständige Vizeregierungschef am Dienstag in einer Twitter-Nachricht hinzu.

Allerdings erklärte Dragasakis anschließend im griechischen Fernsehen, die griechische Regierung sei bereit "alles zu tun", damit es zu einer Einigung komme. Athen habe den Gläubigern detaillierte schriftliche Vorschläge zu allen Themen vorgelegt, hieß es.

Über mögliches Kompromissangebot beraten

Abwartend gab sich der Fraktionssprecher der regierenden Linkspartei Syriza, Nikos Filis, im griechischen Fernsehen Ant1: "Wir werden sehen, was das für Maßnahmen sind und ob sie zugunsten des Volkes sind oder nicht. Und dann werden wir entscheiden", sagte er zu den noch unklaren Informationen nach dem Berliner Treffen.

In der Nacht auf Dienstag hatten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef Francois Hollande sowie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit der IWF-Chefin Christine Lagarde und dem EZB-Präsidenten Mario Draghi über ein mögliches Kompromissangebot an Athen beraten. Die klamme griechische Regierung ringt seit Monaten mit den internationalen Geldgebern um Reformen, die den Weg freimachen sollen für kurzfristige Hilfszahlungen von 7,2 Mrd. Euro.