Erstellt am 06. November 2014, 12:28

von APA/Red

OMV-Gewinn nach drei Quartalen eingebrochen. Der börsennotierte Öl- und Gaskonzern OMV hat in den ersten drei Quartalen 2014 Einbußen beim Umsatz und noch deutlicher beim Gewinn hinnehmen müssen.

Der Umsatz ging um zwölf Prozent auf 28,23 Mrd. Euro zurück, der operative Gewinn (EBIT) brach um 41 Prozent auf 1,478 Mrd. Euro ein und unterm Strich blieb nur ein Periodenüberschuss von 957 Mio. Euro (-43 Prozent), wie die OMV ad hoc mitteilte.

Im dritten Quartal ging das EBIT gemessen am gleichen Zeitraum des Vorjahres nur noch um 1 Prozent auf 570 Mio. Euro zurück. Der Periodenüberschuss fiel mit 344 Mio. Euro um 8 Prozent geringer aus als vor einem Jahr.

Die Produktion stieg im 3. Quartal auf 311.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalent/Tag), um 13 Prozent mehr als im dritten Quartal 2013. Der Umsatz war dennoch mit 9,098 Mrd. Euro um 15 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahresquartal.

Niedriger Ölpreis und hohe Produktionskosten

Das Ergebnis im 3. Quartal 2014 war einerseits durch den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Ölpreis belastet, andererseits waren die Produktionskosten pro Barrel deutlich höher.

Speziell wegen des schwachen Ölpreises "zusammen mit der Unberechenbarkeit unserer Produktion in Libyen, die den Konzern-Cashflow negativ beeinflussen, haben wir entschieden, das Tempo unseres Investitionsprogramms für die nächsten zwei bis drei Jahre zu überprüfen", schreibt OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss im Quartalsbericht.

Das könnte dazu führen, dass das Produktionsziel von 400.000 boe/d (Fass pro Tag) erst später als 2016 erreicht wird. Ob und in welchem Ausmaß das Investitionsprogramm zurückgefahren wird, will man im Februar 2015 bekannt geben. Heuer investiert die OMV 3,9 Mrd. Euro.

Die OMV stehe jedoch weiterhin zu ihrem langfristigen Verschuldungsgrad-Ziel von rund 30 Prozent und zur bisherigen Dividendenpolitik, die einen Ausschüttungsgrad von 30 Prozent vorsieht.

Trotz Schwierigkeiten Produktion erhöht

"Im dritten Quartal 2014 haben wir das CCS EBIT (um Lagereffekte bereinigter Betriebsgewinn, Anm.) vor Sondereffekten verglichen mit Q3/13 um 6 Prozent auf 656 Mio. Euro gesteigert und konnten unsere Produktion trotz der Instabilität in Libyen und des herausfordernden Marktumfelds erhöhen", betonte Roiss.

Der Anstieg der durchschnittlichen Tagesproduktion an Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas um 13 Prozent auf 311.000 boe im dritten Quartal war im Wesentlichen auf die zusätzlichen Mengen aus Norwegen zurückzuführen. Auch die Felder Mehar und Latif in Pakistan hätten höhere Beiträge geliefert, heißt es im Quartalsbericht.

Andererseits ist auch die Produktion in Norwegen teurer, während es in Libyen, wo deutlich billiger gefördert werden kann, zu Produktionsausfällen kam. Insgesamt waren die Produktionskosten (ohne Lizenzgebühren) im dritten Quartal in US-Dollar um 12 Prozent höher als vor einem Jahr.

In Libyen betrug die durchschnittliche Tagesproduktion heuer 9.000 boe, im Jemen 6.000 boe. Die Produktion in Norwegen beträgt derzeit mehr als 40.000 boe/d und dürfte weiter steigen, da eine zusätzliche Bohrung im Feld Gudrun vor Jahresende in Betrieb gehen soll.

Geschätzter Durchschnittspreis für Rohöl bei 100 Dollar pro Barrel

Der durchschnittliche Brent-Ölpreis war im dritten Quartal um 8 Prozent niedriger als im dritten Quartal 2013. Auch der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des OMV-Konzerns sank um 8 Prozent, während der durchschnittlich erzielte Gaspreis um 8 Prozent über dem Niveau des Vergleichsquartals 2013 lag. Für das Gesamtjahr 2014 rechnet die OMV mit einem durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von rund 100 Dollar pro Barrel.

Die Raffinerie-Margen dürften nach dem jüngsten Hoch wieder zurückgehen. Für den Petrochemie-Bereich wird erwartet, dass die Margen auf ähnlichem Niveau wie 2013 bleiben.

Im Tankstellengeschäft wird mit einer weiterhin schwachen Nachfrage gerechnet, und auch die Margen sollen auf dem Vorjahresniveau oder leicht darunter bleiben.