Erstellt am 21. August 2014, 19:37

von APA Red

Israel rüstet sich für Gaza-Krieg auf. Israel bereitet sich auf eine erneute Verschärfung des Gaza-Krieges vor und beruft 10.000 Reservisten ein. Zugleich setzte die Luftwaffe am Donnerstag ihre Angriffe in dem palästinensischen Gebiet am Mittelmeer fort.

Dabei starben mindestens 22 Menschen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben 41 Ziele im Gazastreifen an.

Militante Palästinenser schossen seit Mitternacht mindestens 55 Raketen auf Israel ab. Die Lage der Bevölkerung wurde immer verzweifelter.

"Tötung der Führer wird uns nicht schwächen"

Ziel der israelischen Luftschläge wurden nun auch Anführer der radikal-islamischen Hamas. Am frühen Morgen starben bei einem solchen Angriff in Rafah drei hochrangige Militärchefs der Hamas: Mohammed Abu Shimala, Raed al-Attar und Mohammed Barhum.

Der militärische Arm der Hamas, die Qassam-Brigaden, gaben sich kämpferisch: "Die Tötung unserer Führer wird uns nicht schwächen", hieß es in einer Mitteilung. Die drei Führer hätten ihr Blut für ihr Volk geopfert.

Die erneute Mobilisierung in Israel wurde als Warnsignal gedeutet, dass eine neue Bodenoffensive Israels bevorstehen könnte. Als Israel zwischen dem 17. Juli und dem 3. August mit Bodentruppen in den Gazastreifen schickte, waren 82.000 Reservisten einberufen worden.

Israels Verteidigungsminister Moshe Yaalon sagte, die drei getöteten Hamas-Führer seien verantwortlich für "schwere Angriffe auf Zivilisten und Soldaten". Sie seien auch an der Entführung des Soldaten Gilad Shalit im Jahr 2006 beteiligt gewesen.

Netanyahu kündigt Friedenspläne an

Regierungschef Benjamin Netanyahu lobte die Arbeit der Geheimdienste. Durch ihren Einsatz seien "tödliche Anschläge" auf Israelis verhindert worden. Zugleich deutete er bei einer Rede am Mittwochabend jedoch auch vage die Möglichkeit einer Friedensregelung an: "Wer sagt, dass wir den Frieden aufgegeben haben?" Ohne Einzelheiten zu nennen kündigte Netanyahu dabei einen "neuen diplomatischen Horizont" an.

Al-Atars Tötung erfolgte 36 Stunden nach einem versuchten Anschlag auf den Militärchef der Hamas, Mohammed Deif, bei dem dessen Frau und sein siebenmonatiger Sohn starben. Am Donnerstag bargen Rettungskräfte nach eigenen Angaben auch die Leiche von Deifs dreijähriger Tochter Sara. Ob Deif selbst überlebte, wie die Hamas angab, blieb zunächst ungeklärt.

Israel soll in den vergangenen Jahren schon fünf mal versucht haben, den 1962 geborenen Deif umzubringen. Dabei trug er dauerhafte Behinderungen davon. Israel wirft ihm die Beteiligung an zahlreichen tödlichen Angriffen auf Israelis und auch die Steuerung des derzeitigen Gaza-Krieges vor.

UNO ruft erneut zu Friedens-Verhandlungen auf

Der gemäßigte Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas traf sich nach palästinensischen Angaben am Donnerstag in Katar mit dem Exil-Chef der Hamas, Khaled Mashaal, um die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen zu besprechen.

Der UNO-Sicherheitsrat in New York rief die Konfliktparteien im Nahen Osten "dringend" dazu auf, Verhandlungen über eine erneute und "langanhaltende" Waffenruhe aufzunehmen.

Israel und die Palästinenser sollten eine Eskalation des Konflikts verhindern und stattdessen eine sofortige Feuerpause vereinbaren, sagte der Vorsitzende des Rats, der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant, am Mittwoch in New York.

Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der israelischen Angriffe am 8. Juli stieg nach palästinensischen Angaben auf 2075. Mehr als 10.000 Menschen seien verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Folgenlos blieben Drohungen der Hamas, am Donnerstag den Betrieb auf dem internationalen Flughafen von Tel Aviv durch Raketensalven lahmzulegen. Angriffe blieben aus.

AUA fliegt Tel Aviv weiterhin an

Die israelische Luftfahrtbehörde erklärte, Starts und Landungen seien praktisch pünktlich erfolgt. Trotzdem sagte die ägyptische Fluglinie Air Sinai vorsorglich alle Flüge für Donnerstag und Freitag ab. Die AUA teilte mit, den Flughafen Tel Aviv trotzdem weiterhin anzufliegen.

Eine zuletzt unter Ägyptens Vermittlung vereinbarte befristete Waffenruhe war in der Nacht zum Mittwoch gescheitert. Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, traf am Donnerstag Abbas und Mashaal zu Gesprächen über die Lage in dem Küstengebiet.

Anwesend waren der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge auch Vertreter der palästinensischen Delegation bei den Verhandlungen in Kairo. Anschließend trafen Abbas und Mashaal direkt zusammen.

Der UNO-Sicherheitsrat rief beide Seiten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. In einer Erklärung drängte das Gremium die Konfliktparteien, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, "um dringend eine nachhaltige und dauerhafte Waffenruhe zu erreichen".