Erstellt am 15. August 2014, 14:14

Beweise für russische Militärfahrzeuge in Ukraine. Für Berichte über russische Militärfahrzeuge, die in die Ukraine eingedrungen sein sollen, gibt es nach Worten des schwedischen Außenministers Carl Bildt Beweise.

"Es gibt konkrete fotografische Beweise von russischen Armeefahrzeugen, die in die Ukraine eingedrungen sind", sagte Bildt am Freitag vor einem Sondertreffen der EU-Außenminister. "Es ist ein grober Verstoß", sagte Bildt weiters.

Russischer Inlandsgeheimdienst FSB wies Berichte zurück

Die EU müsse zuerst ihre Einschätzung der Lage diskutieren, "dann müssen wir sehr klar sein in unserer politischen Botschaft", sagte Bildt. Auch Litauens Außenminister Linas Linkevicius sagte: "Wir sind sehr besorgt über die sich entwickelnde Situation, weil einerseits reden wir sehr viel über diesen sogenannten humanitären Konvoi (Russlands, Anm.), und zur selben Zeit sehen wir, dass die Eskalation weitergeht, und wir haben Berichte, dass über Nacht 70 Stück militärische Ausrüstung wieder über die Grenze gelangt sind." Außenminister Sebastian Kurz sagte zu diesen Berichten, er "hoffe, dass sich diese Meldungen nicht bestätigen".

Die britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Telegraph" hatten zuvor berichtet, ein Konvoi aus 23 gepanzerten Mannschaftstransportwagen habe gemeinsam mit Tanklastwagen und anderen Versorgungsfahrzeugen am späten Donnerstagabend die Grenze zum Nachbarland überquert. An allen Fahrzeugen seien Kennzeichen des russischen Militärs angebracht gewesen. Den Angaben zufolge wartete der Armeekonvoi auf russischer Seite den Einbruch der Dunkelheit ab, nutzte dann einen Feldweg und fuhr durch eine Lücke im Grenzzaun in ukrainisches Gebiet. Der Vorfall soll sich nahe der Stadt Donezk ereignet haben.

Der für den Grenzschutz zuständige russische Inlandsgeheimdienst FSB wies die Berichte zurück. "Die Grenzverwaltung für das Gebiet Rostow bestätigt diese Informationen nicht", sagte Sprecher Nikolai Sinizyn am Freitag. Der Westen wirft Russland vor, die moskautreuen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Russland bestreitet dies, hat aber bestätigt, seine Truppen in der Gegend zur Grenzkontrolle verstärkt zu haben.

Elf Zivilisten bei Kämpfen getötet

Bei Kämpfen in der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk sind nach Angaben der Stadtverwaltung seit Donnerstag elf Zivilisten getötet worden. Acht weitere Bewohner seien verletzt worden, hieß es in einer Erklärung des Rathauses. Besonders heftig sei in den Bezirken Petrowski und Leninski gekämpft worden.

Am Donnerstag hatten die Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Aufständischen erstmals das Zentrum der Stadt erreicht, in der vor dem Konflikt eine Million Menschen lebten. Am Donnerstag waren zahlreiche Gebäude, darunter die Universität und der von den Rebellen besetzte Sitz der Staatsanwaltschaft, unter heftigen Artilleriebeschuss geraten.

Die US-Regierung rief die ukrainischen Streitkräfte auf, im Kampf gegen die Separatisten Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Es sei wichtig, "Zurückhaltung zu üben, um zivile Verluste möglichst gering zu halten", sagte die stellvertretende Außenamtssprecherin Marie Harf am Donnerstag in Washington. Die Armee müsse alles unternehmen, damit Zivilisten bei ihrer Flucht aus den Städten nicht beschossen würden.