Erstellt am 16. November 2014, 10:21

von Philipp Kienzl

Bluttat in Leobersdorf: Frau (31) tot aufgefunden. In Leobersdorf (Bezirk Baden) ist Samstagfrüh eine Bluttat entdeckt worden: Ein Mann hatte zuvor bei der Polizei Anzeige erstattet, dass eine Frau tot sei. Der geständige Ex-Freund des Opfers wurde festgenommen.

Spezialisten der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes NÖ sicherten die Spuren in dem Leobersdorfer Reihenhaus.  |  NOEN, Philipp Kienzl
In der Nacht auf Samstag wurde die 31-jährige Vanessa C. Opfer einer Bluttat. Laut Aussendung der Landespolizeidirektion NÖ vom Sonntag gab der mutmaßliche Täter Markus G. (29), der laut Informationen auch der Ex-Freund des Opfers sein soll, bei seiner Einvernahme an, das Opfer zunächst gewürgt und danach mit einem Messer erstochen zu haben.



Er zeigte die Tat, die sich in den frühen Morgenstunden abgespielt haben dürfte, selbst bei der Polizeiinspektion Leobersdorf an. Zuvor wandte er sich an seine Mutter, wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war. 

Bis zum Abend war Markus G. von Kriminalisten verhört, wie Erich Habitzl, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, bestätigte. Er soll polizeibekannt sein und bereits mehrjährige Haftstrafen verbüßt haben. Offiziell wollte das bis zum aktuellen Zeitpunkt noch niemand bestätigen.

An den genauen Tatablauf könne sich der Mann seinen Angaben zufolge jedoch nicht erinnern, da er zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen war und auch unter Suchtmitteleinfluss stand. Der 29-Jährige werde daher in der kommenden Woche noch einmal einvernommen werden, sagte Polizeisprecher Thomas Heinreichsberger.

Obduktionsergebnis stimmt mit Aussagen überein

Das Ergebnis der von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angeordneten Obduktion der Leiche stimmte mit den Aussagen des 29-Jährigen überein. Die Verstorbene wies demnach "massive Angriffe gegen den Hals" sowie "mehrere Stichverletzungen im Hals- und Brustbereich auf". Als Todesursache wurde laut Polizei Verbluten festgestellt.

Tatmotiv weiterhin unklar

Keine genaueren Angaben machte Heinreichsberger zur Tatwaffe und der Anzahl der Stiche. Auch das Motiv blieb noch unklar. Medienberichten zufolge soll es nach einem Discobesuch zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, bevor der 29-Jährige zustach. Das Paar habe eine "On-Off-Beziehung" geführt, hieß es. Der Mann hätte seinen Angaben zufolge vor wenigen Tagen die Beziehung von sich aus beendet, so der Polizeisprecher.

Nachbar wollte helfen

Vanessa C. galt als unauffällig, erst vor eineinhalb Jahren zog sie nach Leobersdorf. „Sie hat den Kontakt mit den Nachbarn gemieden, sonst ist uns nichts aufgefallen. Heute früh hat wieder einmal ihr Hund gebellt. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht“, schildert Anrainer Ernst Pock (62).

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Er wohnt direkt gegenüber der Wohnhausanlage, in der die Tat passiert ist. Als wenig später der Feuerwehr-Pager seines Sohnes losging, wurde er hellhörig. „Es ging um eine Türöffnung“, sagt Pock zur NÖN. „Er ist sofort hinübergeeilt, aber die Polizei war schon da. Er wollte helfen, aber es kam jede Hilfe zu spät...“