Erstellt am 15. Mai 2014, 05:22

von APA/Red

Bifie-Direktoren treten zurück. Die Pannen rund um die Zentral-Matura haben im Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) ein Köpferollen zur Folge.

Die beiden Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner ziehen sich bis Ende Juli zurück. Ein entsprechendes Einvernehmen wurde bei einem Gespräch von Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek mit den Direktoren am Mittwoch erzielt. Heinisch-Hosek wird sich am Donnerstag dazu äußern.

Der Testlauf zur Zentralmatura war von gleich drei Pannen begleitet worden. Den Anfang nahmen die Probleme damit, dass der Notenschlüssel bei der Englisch-Matura nach oben korrigiert wurde, konkret 63 Prozent statt der von Schülern erwarteten 60 Prozent korrekt absolviert werden mussten.

Weiter ging es bei der Mathematik-Reifeprüfung, als die Schüler an fünf Wiener AHS in ihren Mathe-Testheften nur acht statt 24 Aufgaben vorfanden. Schließlich kam auch noch die Deutsch-Matura in die Kritik, da nach Ansicht von Germanisten der ausgewählte Text "Die Schnecke" des Autors Manfred Hausmann als Pardonierung für Naziterror und Holocaust verstanden werden könnte.

Datenleck sorgte für Aufsehen

Schon vor der Zentralmatura hatte das Bifie wegen eines vermeintlichen Datenlecks für Aufsehen gesorgt, in dessen Folge Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek Österreichs Teilnahme am nächsten PISA-Bildungsvergleichstest absagte.

Die Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner sind nun offenbar dem Druck auf das Institut gewichen. Den beiden war keine lange Amtszeit vergönnt. Sie waren erst im April vergangenen Jahres von Heinisch-Hoseks Vorgängerin Claudia Schmied angetreten und hätten ihre Funktionen eigentlich fünf Jahre ausfüllen sollen. Netzer, einst Kabinettschef der früheren ÖVP-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP), war dabei der Verantwortliche für die Zentralmatura.