Erstellt am 17. April 2014, 12:49

Bildung: Sorge wegen Kürzungen. Mehrere SPÖ-Abgeordnete wollen die von Bildungsministerin Heinisch-Hosek angekündigten Kürzungen beim Bildungsbudget nicht akzeptieren.

"Ich nehme die Kürzungen nicht kampflos hin", so SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann in der "Kleinen Zeitung". Auch die AHS-Direktoren äußerten am Donnerstag ihre Sorgen, sie befürchten eine "pädagogische Katastrophe".

Grossmann stellte auch ein Nein zum Budget im Nationalrat in den Raum: "Ein Durchwinken des Budgets wird es mit mir nicht geben." Auch die Oberösterreicherin Daniela Holzinger, die zuletzt als einzige rote Abgeordnete im Nationalrat für einen Untersuchungsausschuss zur Causa Hypo Alpe Adria gestimmt hatte, übte im Ö1-"Morgenjournal" Kritik.

"Für mich steht fest: In Schlüsselfächern und allgemein bei Bildung zu sparen, das grenzt für mich an einen staatlichen Zukunftsraub." Ihre Landsfrau Marianne Gusenbauer-Jäger will ebenfalls eine Rücknahme der Sparmaßnahmen. Auf Regierungslinie ist dagegen die Vorsitzende der Jungen Generation, Katharina Kucharowits.

Kritik an den geplanten Einsparungen im Bildungsbereich hatten bereits die roten Landeshauptleute Häupl und Niessl geübt. Der Kärntner Landeshauptmann Kaiser stieß sich vor allem an den Änderungen beim Landeslehrer-Controlling. Die Sozialistische Jugend (SJ) und die Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) haben für kommenden Mittwoch zu einem Sitzstreik vor dem Bildungsministerium aufgerufen.

Der Sprecher der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner, sieht die "eigentliche Keule" für die AHS darin, dass auch bei den Wahlpflichtfächern massiv gekürzt werden soll. Dadurch wäre gelebte Schulautonomie an vielen AHS nicht mehr möglich, sagte er zur APA.

Derzeit kann in der siebenten und achten Klasse in einem Wahlpflichtfach, das die Schüler zur Spezialisierung wählen müssen, schon ab fünf interessierten Schülern eine Gruppe eröffnet werden. Bisher wurden dabei laut Zillner bewusst Gruppen mit etwas mehr Schülern gebildet, damit ein Teil der für die Wahlpflichtfächer gedachten Ressourcen für schulautonome Schwerpunktsetzung (etwa in Sprachen, Sport oder für Labors) genutzt werden konnte.

"Alle AHS haben durch dieses Volumen schulautonome Entwicklung gemacht." Wenn das Ministerium nun den Sparstift bei den Wahlpflichtfächern ansetze, sei eine solche Verschiebung von Ressourcen, die immer in Abstimmung mit Schüler-, Eltern- und Lehrervertretung passiere, künftig nicht mehr möglich, so Zillner.