Erstellt am 04. Juni 2016, 08:49

Boxlegende Muhammad Ali gestorben. Boxlegende Muhammad Ali ist tot. Der frühere Weltmeister sei "nach einem 32-jährigen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit" im Alter von 74 Jahren gestorben, erklärte ein Sprecher der Familie.

 |  NOEN, APA (AFP)

Demnach starb Ali am Freitag (Ortszeit) in Phoenix im US-Staat Arizona. Er war dort am Tag zuvor mit Atembeschwerden in ein Spital eingeliefert worden. Sein Sprecher sagte daraufhin, er werde von einem Ärzteteam betreut und befinde sich in guter Verfassung. Es sei mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt zu rechnen. Dann hatte es aus dem Umfeld des 74-Jährigen am Freitag aber bereits geheißen, Ali sei in einem bedenklichen Gesundheitszustand. Das berichteten auch mehrere US-Medien. Auf der offiziellen Twitter-Seite und Website der als "The Greatest" bekannten Sportikone wurden nun Fotos von Ali mit dem Zusatz "1942 - 2016" veröffentlicht.

Ali wurde als Cassius Clay geboren, gab sich aber aus religiösen Gründen später einen muslimischen Namen. Seit über 30 Jahren litt er an Parkinson. In den Jahren 2014 und 2015 hatte er wegen einer Lungenentzündung und wegen einer Harnwegsinfektion Aufenthalte im Krankenhaus.

Alis Weltkarriere als Boxer begann mit seinem Olympia-Sieg 1960 in Rom. Jahrelang verteidigte er den Weltmeistertitel im Schwergewicht. Unterbrochen wurde seine Karriere 1967, als er inmitten des Vietnam-Kriegs den Wehrdienst verweigerte.

Ali galt als berühmtester Boxer der Sportgeschichte. Als er 1960 Olympisches Gold gewann, hieß er noch Cassius Clay. Erst fünf Jahre später, als er zum Islam übertrat, nahm er den Namen Muhammad Ali an. Der begnadete Boxer wurde im Februar 1964 erstmals Schwergewichtsweltmeister. Er bezwang damals Sonny Liston und beschrieb seinen eleganten Boxstil mit den Worten: "Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene." Weitere zweimal krönte sich Ali danach zum Champion. Seine Karriere hatte er 1981 beendet. Der Verdacht auf die Parkinson-Krankheit war 1984 bestätigt worden.

Ali lieferte dabei in seiner Karriere unvergessliche Kämpfe wie den "Rumble in the Jungle" oder den "Thrilla in Manila". Trotz seiner Rücktrittsankündigung im Juni 1979 zog es Ali noch einmal in den Ring. Er hörte nicht auf die Warnungen von Ärzten und trat im Oktober 1980 gegen Larry Holmes an. Ali verlor nach Kampfabbruch. Seinen 61. und letzten Profi-Kampf (56 Siege) bestritt er ein gutes Jahr später. Wieder verlor Ali, Gegner am 11. Dezember 1981 in Nassau war damals Trevor Berbick.

Der am 17. Jänner 1942 in Louisville als Sohn eines Plakatmalers geborene Ali machte aber auch weltweit Schlagzeilen durch seine Verweigerung des Militärdienstes während des Vietnam-Kriegs, für die er auch eine Sperre von drei Jahren in Kauf nahm. Er wurde auch zum Symbol der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Als er 1996 schon gezeichnet von seiner Krankheit das Olympische Feuer in Atlanta entzündete, sorgten die Bilder weltweit für Ergriffenheit. In der Öffentlichkeit zeigte sich Ali in den vergangenen Jahren immer seltener.

George Foreman, gemeinsam mit Joe Frazier einer der größten Rivalen von Muhammad Ali im Schwergewicht, trauert um die Box-Ikone. "Ali, Frazier & Foreman - wir waren praktisch eins", twitterte der mehrmalige Schwergewichts-Champion Foreman. "Ein Teil von mir ist weggebrochen", schrieb er weiter.

George Foreman hatte sich mit Ali 1974 in Kinshasa ein legendäres Gefecht geliefert, das später als "Rumble in the Jungle" in die Boxgeschichte einging. Nach zunächst harten Treffern gegen Ali ging Foreman in der achten Runde k. o. Ali wurde damals zum zweiten Mal Weltmeister und brach das Boxer-Gesetz "They never come back".

Der frühere Boxweltmeister Mike Tyson schrieb zu Alis Tod, Gott habe seinen Helden zu sich genommen. "Auf Wiedersehen Großer", twitterte Tyson und würdigte ebenfalls die Sportler-Ikone, die sich selbst den Beinamen "The Greatest" (der Größte) gegeben hatte.