Erstellt am 24. April 2016, 11:51

von APA/Red

BP Fischer rechnet mit hoher Wahlbeteiligung. Der Wahlsonntag ist eröffnet und auch der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer hat bereits gewählt. Er gab seine Stimme gemeinsam mit seiner Frau Margit kurz nach 9.00 Uhr im achten Wiener Gemeindebezirk ab.

 |  NOEN, BUNDESHEER

Er rechne angesichts der großen Anzahl von sechs zur Wahl stehenden Kandidaten mit einer hohen Wahlbeteiligung, sagte Fischer vor Journalisten.Zu seinem bevorstehenden Abschied aus der Hofburg meinte er, bis zum 8. Juli "sicher locker" zu sein. Am 8. Juli werde er vielleicht melancholisch sein, so Fischer.

Der Grüne Bundespräsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen hat am Sonntag pünktlich um 11 Uhr im Amerling-Gymnasium in Wien-Mariahilf seine Stimme abgegeben. Begleitet von Ehefrau Doris Schmidauer und beobachtet von einer großen Medienmeute gab er sich zumindest nach außen hin ruhig und gelassen. "Ich versuche, entspannt zu wirken", meinte er lächelnd.

Dass er siegessicher sei, verneinte Van der Bellen. "Nein, bin ich nicht. Ich sehe dem mit Demut entgegen." Auch in der Stichwahl sehe er sich noch nicht, denn laut Umfragen werde das Rennen unter den ersten drei wohl sehr knapp ausgehen. Der Grüne wählte in der selben Schule wie eineinhalb Stunden zuvor Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Erschienen war er in Anzug, Mantel und himmelblauer Krawatte.

Zur Frage, wen er denn am liebsten als Gegner in der zweiten Runde sähe, meinte er danach in tirolerisch gefärbtem Dialekt: "Mir ist jeder und jede recht." Er empfinde Dankbarkeit gegenüber seinen Unterstützern und Hochachtung gegenüber seinen Mitbewerbern.

Besonders hob er in diesem Zusammenhang die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss hervor, die er zuletzt bei seinem Wahlkampfabschluss noch kritisiert hatte. Er werde nun nach Hause gehen, mit Freunden Mittag essen und auf die ersten Ergebnisse warten, so Van der Bellen zu seinen weiteren Plänen für den Wahltag.

Gut gelaunt traf der FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer am Sonntag kurz nach 8.30 Uhr in Pinkafeld beim Wahllokal ein, das sich in der Musikschule im Gebäude der Neuen Mittelschule befand. Sein Ziel sei weiterhin die Stichwahl, sagte er den wartenden Journalisten.

Nach kurzem Innehalten wegen des großen Medieninteresses - er wurde bereits von mehreren Kamerateams und Fotografen erwartet - betrat Hofer, den seine Frau Verena begleitete, das Gebäude. "Grüß Gott, guten Morgen, tut mir leid, dass da so ein Wirbel ist", begrüßte er einige Wähler, die das Schulgebäude gerade verließen.

"Ich kann nur vom Gefühl her sagen, dass es ganz gut ausschaut", sagte Hofer nach der Stimmabgabe. Wenn er einen Vergleich zu anderen Wahlkämpfen ziehe, die er schon gemacht habe, sei die Stimmung "sehr gut" gewesen, "darum müsste auch das Ergebnis passen". Aber, wenn man "mitten im Getriebe" sei, dann sei es ganz schwer abzuschätzen, wie es ausgeht.

Nach dem Wählen wollte Hofer in die Kirche gehen, danach gemütlich mittagessen. Dann werde er "ein bisschen in den Computer reinschauen", ob schon erste Ergebnisse eintreffen, "und dann geht es nach Wien", wo schon sehr viele Termine warten. Und irgendwann nach Mitternacht, schätzte er, werde er dann wieder zurück im Südburgenland sein. Nach dem Verlassen des Wahllokals stellte sich Hofer nochmals den Fotografen und meinte schließlich: "Gut, gemma's an", bevor er ins Auto stieg und sich der Wagen wieder in Bewegung setzte.

SPÖ-Hofburg-Kandidat Rudolf Hundstorfer ist Sonntagvormittag zwar ohne Krawatte, aber mit gutem Gefühl zur Wahl geschritten. Bei der Stimmabgabe im Wiener Amerling-Gymnasium gab es keine Überraschung: "Man wählt sich selbst." Begleitet wurde der rote Kandidat von seiner Frau sowie von Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ). Den Wahltag selbst schilderte Hundstorfer als "durchaus emotional". Man blicke auf ein langes politisches Leben zurück und sei auch "ein bisschen stolz".

Mangelnden Fleiß will sich Hundstorfer jedenfalls nicht nachsagen lassen. Er glaube, der Kandidat gewesen zu sein, der am meisten unterwegs gewesen sei. Bis gestern 21.00 Uhr habe er Wahlkampftermine absolviert. Mit einem Scheitern im ersten Durchgang will sich Hundstorfer noch nicht befassen: "Ich habe keinen Plan B." Bis zum Wahlschluss wird der rote Kandidat seinen Tag im privaten Umfeld verbringen. Mittag gegessen werde daheim mit Freunden, "ganz entspannt".

Trotz der für ihn bescheidenen Umfragen zuversichtlich gegeben hat sich am Sonntag ÖVP-Bundespräsidentschaftskandidat Andreas Khol bei seiner Stimmabgabe. Es gehe ihm "hervorragend", sagte er beim Eintreffen vor dem Wahllokal in Wien-Hietzing. "Überraschung ist mein Geschäft", sagte er zu seinen Chancen, in die Stichwahl zu kommen.

Khol, der von seiner Gattin, seiner Tochter Hemma und einer seiner Enkeltöchter begleitet wurde, meinte, er habe sich alle Umfragen angesehen. "Die merke ich mir alle und werde sie dann kommentieren", sagte er. Er verwies darauf, dass es diesmal sehr viele spät entschlossene Wähler gebe, "so 300.000 entscheiden sich erst in der Wahlzelle".

Vor seiner Stimmabgabe erkundigte sich Khol bei den Wahlbeisitzern nach der Wahlbeteiligung und bedankte sich für deren Arbeit. Beim Gehen kündigte er ein weiteres Treffen bei der Stichwahl an: "Auf Wiedersehen - ich meine das wörtlich." Nach vollzogenem Urnengang plante der ÖVP-Kandidat einen Kirchgang und anschließend ein gemeinsames Mittagessen mit der Familie.

Baumeister und Präsidentschaftskandidat Richard Lugner hat am Sonntagvormittag kein Geheimnis daraus gemacht, für wen er diesmal gestimmt hat. "Ich werde den fünften auf der Liste wählen", sagte Lugner umringt von zahlreichen Kameras vor der Stimmabgabe in der Mannagettagasse in Wien-Döbling. "Eine Stimme habe ich fix, leider darf meine Frau nicht wählen", so Lugner, der von seiner deutschen Angetrauten Cathy begleitet wurde. Lugner will den Tag im Kreis der Familie, mit Cathy und deren Tochter Leonie, verbringen. Die erste Hochrechnung um 17.00 Uhr wird Lugner von seinem Kino in der Lugner City aus verfolgen.