Erstellt am 09. September 2016, 10:46

Atomgegner erstaunt "unschöne Ansage" Hofers. Atomgegner haben erstaunt auf die Aussage von FPÖ-Kandidat Nobert Hofer reagiert, sich als Bundespräsident in der Atomfrage zurückhalten zu wollen.

 |  APA (Archiv)

Es sei eine "unschöne Ansage", teilten die Sprecher von "Atomstopp Oberösterreich, Roland Egger und Gabriele Schweiger, am Freitag mit. Bundespräsident Heinz Fischer sei diesbezüglich "immer ein verlässlicher Partner" gewesen.

Hofer hatte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem tschechischen Radio auf die Frage, ob er in der Atomfrage gegen Tschechien auftreten werde, gesagt, dies sei "nicht Aufgabe des Präsidenten, sondern der Minister". Zugleich vermied er ein kategorisches Nein zu Atomkraftwerken und betonte, dass die Frage der Sicherheit "entscheidend" sei. "Wir wollen an unseren Grenzen kein Atomkraftwerk, von dem wir meinen, dass es unsicher ist", sagte er.

Nach Bekanntwerden des Interviews präzisierte Hofer in einer FPÖ-Aussendung, er sei "generell gegen die Nutzung von Atomkraft, egal wo das AKW steht". Der Bundespräsidentschaftskandidat wird am Montag auf der Prager Burg vom tschechischen Präsidenten Milos Zeman empfangen, der ein vehementer Befürworter der Atomkraft ist.

"Es ist befremdlich, dass sich ausgerechnet ein Kandidat zur Präsidentschaftswahl in dieser Frage derart heraus halten will", kritisierte "Atomstopp Oberösterreich". Bundespräsident Fischer habe dagegen "unermüdlich" auf das Atomthema hingewiesen. "Die Abkehr von dieser Praxis wäre schwer verständlich und könnte als völlig falsches Eingeständnis gewertet werden", verwiesen die Atomgegner darauf, dass das Nein zur Atomkraft in der österreichischen Verfassung stehe.

Abgelehnt werde auch jede Relativierung in Richtung "sichere Atomkraftwerke", betonten Egger und Schweiger mit Blick auf Hofers Aussagen. "Wer sich argumentativ auf "sichere AKW" einlässt, lässt sich auf eine Allianz mit der Atomindustrie ein. Das kann nie und nimmer österreichische Position werden."