Erstellt am 15. Januar 2016, 11:42

von APA/Red

BP-Wahl: Hundstorfer nun offiziell Kandidat der SPÖ. Der SPÖ-Vorstand hat nun endgültig den Weg für die Kandidatur von Sozialminister Rudolf Hundstorfer als Präsidentschaftskandidat frei gemacht.

Hundstorfer  |  NOEN, APA (Schlager)

Mit Standing Ovations und ohne Gegenstimme wurde der 64-Jährige zum Bewerber der Sozialdemokraten für die Hofburg-Wahl gekürt.

Ebenfalls im Präsidium einstimmig angenommen wurde die durch Hundstorfers Kandidatur notwendig werdende Regierungsumbildung. Das Sozialministerium übernimmt Infrastrukturminister Alois Stöger.

Doskozil neuer Verteidigungsminister

Dessen bisheriges Ressort wird auf seinen unmittelbaren Nachfolger, Noch-Verteidigungsminister Gerald Klug und Staatssekretärin Sonja Steßl aufgeteilt, in deren Kompetenz die Digitalagenden fallen.

Nun ebenfalls fix: Neuer Ressortchef für Sport und Verteidigung wird der bisherige burgenländische Polizeichef Hans Peter Doskozil.

Erst der fünfte SPÖ-Ressortchef

Mit Hans Peter Doskozil zieht erst der fünfte SPÖ-Politiker als Ressortchef ins Verteidigungsministerium ein. Die Sozialdemokraten stellten den Minister nur während der SPÖ-Minderheitsregierung und in der anschließenden Alleinregierung sowie in der Großen Koalition seit 2007. Über Jahrzehnte wurde das Ressort vor allem Schwarz bzw. Blau geführt. Insgesamt ist Doskozil der 16. Verteidigungsminister.
 
In den 50er-Jahren nach der Gründung des Bundesheers und in den 60er-Jahren stellte die ÖVP in der Großen Koalition den Verteidigungsminister. Während der SPÖ-Minderheitsregierung 1970/71 sowie in der anschließenden Alleinregierung kamen dann die Sozialdemokraten zum Zug - wobei Bruno Kreisky, der für einige Tage interimistisch selbst das Ressort führte, mit Lütgendorf erst einen Parteifreien holte, ehe mit Otto Rösch ein SPÖ-Politiker ins Verteidigungsministerium einzog.

In der Kleinen Koalition gab die SPÖ - von 1983 bis 1987 - den Verteidigungsminister an die FPÖ ab. Auch in den ersten Jahren von Schwarz-Blau, von 2000 bis 2003, bekam die FPÖ dieses Ressort.
Die ÖVP gab in der Großen Koalition von 1987 bis 2000 im Verteidigungsressort den Ton an. Unter Schwarz-Blau überließ die ÖVP zwar zunächst der FPÖ die Führung des Ressorts, ab 2003 übernahm sie es aber wieder selbst.

Erst mit der Neuauflage der Großen Koalition ging das Ressort mit Norbert Darabos wieder an die SPÖ. Dessen Nachfolger Gerlad Klug wechselt nun nach etwas weniger als zwei Jahren ins Infrastrukturministerium. Darabos steht mit einer Amtszeit von mehr als sechs Jahren übrigens in der Liste der längst-dienenden Ressortchefs der Zweiten Republik an dritter Stelle. Die Spitze hält hier Werner Fasslabend (ÖVP) mit neun Jahren und drei Monaten (Dezember 1990 bis Februar 2000) vor Karl Lütgendorf, der von Februar 1971 bis Ende Mai 1977 die Heeresverwaltung führte.