Erstellt am 18. August 2014, 13:16

von APA Red

Brüssel hilft Obst- und Gemüsebauern mit 125 Mio.. Nach dem russischen Importverbot für europäische Lebensmittel hilft Brüssel betroffenen Bauern. Erzeuger von knapp 20 leicht verderblichen Obst- und Gemüsesorten können EU-Hilfe beantragen.

Das gab die Brüsseler EU-Kommission am Montag bekannt. Die Behörde hatte die Stützungsmaßnahmen vergangene Woche angekündigt. Geplant sind Aufkäufe und Entschädigungen für vorzeitige Ernte oder Ernteverzicht. Landwirte können ab Montag auch rückwirkend Unterstützung beantragen. Die Vorkehrungen gelten bis Ende November, die EU-Kommission geht von Kosten in Höhe von 125 Mio. Euro aus.

Die Hilfe gilt für Erzeuger von Tomaten, Karotten, Weißkohl, Paprika, Karfiol, Gewürz- und Salatgurken, Pilze, Äpfel, Birnen, Trauben zum Verzehr, Kiwis und rote Früchte - letzteres ist ein Sammelbegriff für sieben Beerensorten. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos teilte mit: "Alle Bauern, die die betroffenen Produkte anbauen - egal ob in Erzeugerorganisationen oder nicht - kommen für diese Marktstützungsmaßnahmen infrage, wenn sie das für nötig halten."

Produkte werden in Nachbarstaaten verarbeitet

Russland bemüht sich unterdessen um alternative Lieferwege. Künftig dürften aus Weißrussland und Kasachstan Lebensmittel eingeführt werden, die dort aus westlichen Rohstoffen gefertigt wurden, sagte Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch russischen Nachrichtenagenturen zufolge am Montag.

Einige Produkte, die bisher direkt nach Russland geliefert wurden, würde nun erst in den Nachbarstaaten verarbeitet. Weißrussland und Kasachstan könnten also von der gegenwärtigen Situation profitieren, sagte der Politiker. Die Regierung in Moskau hat als Reaktion auf Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt ein Einfuhrverbot für diverse Produkte verhängt, hat aber nun mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise zu kämpfen.