Erstellt am 14. April 2015, 11:40

von APA/Red

Buchhalterin zweigt 2,8 Mio. Euro ab. Eine Buchhalterin soll von einer Salzburger Werbeagentur rund 2,8 Millionen Euro an Firmengeldern abgezweigt haben.

Der Gründer der Agentur, ein Fotograf, will nun Anzeige gegen die deutsche Staatsbürgerin einbringen, wie die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet hatte. Mit dem Geld soll die Frau ihr Luxusleben finanziert haben.

Frau hat bereits gestanden

Acht Jahre lang habe die 49-Jährige die Buchhaltung der Firma mit rund 30 Angestellten geführt und sich schnell unersetzbar gemacht. Nach firmeneigenen Ermittlungen soll sie über mehrere Jahre 3,5 bis vier Millionen Euro ergaunert haben. Gegenüber den "Salzburger Nachrichten" sagte der Firmengründer, dass im Beisein eines Rechtsanwaltes bereits ein notariell beglaubigter Exekutionstitel gegen die Frau erwirkt worden sei. Die Summe belaufe sich auf 2,8 Millionen Euro, die Frau habe bereits gestanden.

Laut dem Fotografen habe es offenbar eine doppelte Buchführung gegeben. Die Tragweite des Falles ist für ihn noch nicht absehbar, "wir werden noch in dieser Woche mit Rechtsanwalt und Banken sprechen".

Geld floss in eigene Tasche

"Bild am Sonntag" zufolge habe die Buchhalterin mit deutschem Pass ihren feudalen Lebensstil damit gerechtfertigt, dass ihr Vater das Patent der Spalt-Tablette besessen habe und sie jeden Monat Geld aus einer Stiftung bekomme. Die Frau habe in Salzburg ein Luxusappartement bewohnt. Um Firmengeld der Salzburger Agentur abzweigen zu können, soll sie beispielsweise auf einer vom Firmenchef unterschriebenen Barauszahlung von 1.000 Euro die Ziffer drei davor gesetzt und dann 31.000 Euro abgehoben haben. Die Differenz von 30.000 Euro soll in ihre eigene Tasche geflossen sein. Ein anderes Mal habe sie eine Designer-Couch und andere Möbel für 24.000 Euro auf Firmenkosten geordert.

Nach Darstellung des Fotografen gegenüber den "Salzburger Nachrichten" soll die freischaffende Buchhalterin in starken Monaten bis zu 80.000 Euro abgezweigt haben. Dass es in der Buchführung nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, habe man schon etwas früher vermutet. Ein Geschäftsführer, der mit dem Controlling betreut gewesen sei, sei deshalb fristlos entlassen worden. Alle Firmenunterlagen würden derzeit geprüft. Der Firmengründer kündigte an, um die Agentur zu kämpfen, denn bei den drei Gesellschaftern stehe die Existenz von drei Familien auf dem Spiel.

Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg ist derzeit kein Verfahren gegen die Frau anhängig, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag gegenüber der APA erklärte. Zu den Vorwürfen habe sich die 49-Jährige nicht äußern wollen, berichtete "Bild am Sonntag". "Ich habe Burn-out und bin krank", habe die Frau erklärt, hieß es.