Erstellt am 07. April 2015, 12:08

von APA/Red

Mindestens 18 Tote bei Kämpfen im Südjemen. Im Süden des Jemen sind in der Nacht auf Dienstag bei weiteren Kämpfen mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen.

In Aden lieferten sich Kämpfer der Houthi-Miliz und Anhänger von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi heftige Gefechte, wie es aus Kreisen der Rettungskräfte und des Militärs hieß. Sechs Rebellen und vier Kämpfer der Hadi-treuen Volkskomitees wurden den Angaben zufolge getötet.

Den paramilitärische Verbänden sei es bei den Kämpfen gelungen, Teile des zentralen Viertels Al-Moalla wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, berichteten Augenzeugen. Einwohnern zufolge beschossen Kampfschiffe der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition in der Nacht zum Dienstag Stellungen der Rebellen in der Hafenstadt. In der östlich von Aden gelegenen Provinz Abjan wurden nach Angaben des Gouverneurs acht Houthi-Rebellen getötet, als sie in einen Hinterhalt von Stammeskämpfern gerieten.

Schon seit Wochen heftige Kämpfe

Im Jemen gibt es schon seit Wochen heftige Kämpfe zwischen den schiitischen Houthi-Rebellen und verbündeten Armee-Einheiten sowie den Truppen und Milizen von Präsident Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa geflohen war. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten fliegen seit dem 26. März Luftangriffe auf die Houthi-Rebellen.

Seit Sonntag fielen den Kämpfen im Jemen laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mindestens 159 Menschen zum Opfer, alleine in Aden gab es 63 Tote. Nach Angaben UNO-Kinderhilfswerks UNICEF wurden seit Ausbruch der Gewalt mindestens 74 Kinder getötet. Es handle sich aber um "vorsichtige Schätzungen", die tatsächliche Opferzahl liege angesichts der intensiven Gefechte der vergangenen Tage wohl deutlich höher, erklärte die UNO-Organisation am Dienstag.

Mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht

China schloss sich am Dienstag den Aufrufen für eine Waffenruhe im umkämpften Jemen an, die Hilfslieferungen ermöglichen soll. "Wir appellieren an alle Konfliktparteien, rasch eine Feuerpause einzuhalten und weitere zivile Opfer zu vermeiden", sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Dienstag in Peking.

Mehr als 100.000 Menschen sind nach UNO-Angaben vor den Kämpfen auf der Flucht. "Die Lage ist sehr gefährlich. Krankenhäuser sind überfüllt, und sogar Krankenwagen werden entführt", sagte der Leiter der UNO-Kinderhilfswerks UNICEF im Jemen, Julien Harneis.