Erstellt am 27. Oktober 2014, 13:15

Bund baute seit 2003 rund 20.000 Mitarbeiter ab. Der Bund hat seit 2003 rund 20.000 Mitarbeiter abgebaut, seit 1997 ist der Personalstand sogar um fast 40.000 Beschäftigte gesunken. Diese Zahlen gehen aus dem neuesten Personalhandbuch hervor.

Beamten-Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) freute sich über die im internationalen Vergleich "sehr gut aufgestellte" Verwaltung. Die GÖD fordert hingegen ein Ende des Aufnahmestopps.

Ausgliederungen und Einsparungen

Mit Stichtag 31.12.2013 hatte der Bund 129.873 Beschäftigte auf Vollzeitbasis. Im Jahr 2003 waren es noch mehr als 150.000 und im Jahr 1997 fast 170.000. Verantwortlich dafür sind einerseits Ausgliederungen (mehr als 23.000 Beschäftigte in den letzten 15 Jahren), aber auch der Einsparungskurs mit einem seit Jahren weitgehend geltenden Aufnahmestopp. Damit beschäftigt der Bund bereits weniger Personal als die Länder, die insgesamt fast 138.439 Bedienste hatten, dazu kamen noch 74.087 Beschäftigte der Gemeinden.

Gesunken ist dabei auch der Anteil der Beamten des Bundes. Ende 2013 lag er bei 57,8 Prozent, wobei die restriktive Pragmatisierungspolitik bei jüngeren Jahrgängen bereits zu einem deutlich niedrigeren Anteil geführt hat. Bei den über 50-Jährigen liegt der Anteil der Beamten noch bei rund 74 Prozent, bei den unter 40-Jährigen hingegen nur noch bei 42 Prozent.

Unter OECD-Schnitt: "Sehr effizient organisiert" 

In Österreich arbeiten derzeit 10,7 Prozent der Berufstätigen im Öffentlichen Dienst. Im OECD-Schnitt liegt der Anteil mit 15,5 Prozent um rund die Hälfte höher. Am höchsten ist der Anteil in den skandinavischen Ländern (Norwegen und Dänemark je rund 30 Prozent), am niedrigsten in Japan und Korea mit 6,5 bzw. 6,7 Prozent.

Steßl freute sich, dass der öffentliche Dienst im internationalen Vergleich "sehr effizient organisiert" und die Verwaltung "sehr gut aufgestellt" sei. "Trotzdem sind wir in Zeiten der Budgetkonsolidierung gefordert, laufend weiter die Effizienz im öffentlichen Bereich zu verbessern", betonte die Staatssekretärin. Für die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) bestätigen die Zahlen hingegen, dass der Aufnahmestopp beendet werden müsse. Andernfalls drohe die hohe Qualität der Verwaltung verloren zu gehen, erklärte ein Sprecher.

Hohe Altersstruktur der Beschäftigten

Die Staatssekretärin kündigte jedenfalls an, dass der Personalstand über die kommenden Jahre "stabil" bleiben werde, innerhalb des Bundesdienstes würden sich aber die Schwerpunkte ändern. Daher will sie verstärkt auf das Mobilitätsmanagement setzen, um Beschäftigte zu unterstützen, die innerhalb des Bundes wechseln wollen. Bisher haben damit mehr als 1.100 Personen innerhalb des Bundes neue Arbeitsplätze gefunden.

Ein Problem im Bund ist die hohe Altersstruktur der Beschäftigten. Seit 1995 ist das Durchschnittsalter der Bundesbediensteten von 40,5 auf 45,3 Jahre gestiegen. In der Privatwirtschaft liegt das Durchschnittsalter im Vergleich dazu nur bei 37,8 Jahren. Der Anteil der 45-Plus-Mitarbeiter ist im Bund von 35 auf 57 Prozent angewachsen. Der Anteil der Unter-35-Jährigen liegt auf der anderen Seite dafür nur bei 21 Prozent, im Vergleich zu 37 Prozent bei allen Erwerbstätigen. Bis 2026 werden im Bund rund 44 Prozent des bestehenden Personals in Pension gehen.

Pensionsantrittsalter um 4,3 Jahre gestiegen

Das Pensionsantrittsalter der Bundesbeamten ist im Vergleich zu 1995 um 4,3 Jahre gestiegen. Bundesbeamte sind im Vorjahr durchschnittlich mit 60,7 Jahren in den Ruhestand gewechselt. Im Vergleich zu 2012 bedeutet dies einen leichten Anstieg um 0,2 Jahre. Das Pensionsantrittsalter im Bundesdienst liegt somit um 2,4 Jahre über jenem der Privatwirtschaft. "Die erfreuliche Entwicklung des Pensionsantrittsalters zeigt, dass im Bundesdienst der Herausforderung der altersgerechten Arbeitsplätze auch wirklich bewusst begegnet wird", erklärte Steßl.

Keine gravierenden Unterschiede zwischen Beamten und Privatwirtschaft gibt es in Sachen Krankenstände. Im Bundesdienst wurden im Vorjahr im Schnitt 13,2 Krankenstandstage registriert, im ASVG-Bereich 13,0 Tage.

Analog zur wachsenden Frauenerwerbsquote steigt auch beim Bundespersonal der Frauenanteil - von 35,9 Prozent im Jahr 1995 auf 41,2 Prozent im Vorjahr. Bei den Vertragsbediensteten waren die Frauen mit 59,8 Prozent in der Mehrheit, unter den Beamten lag der Anteil bei 26,2 Prozent. Auch bei den Führungsfunktionen haben die Frauen etwas aufgeholt: von 24 auf 26,3 Prozent bei den Spitzenfunktionen der Akademikerinnen (Sektions-, Gruppenleiterinnen), von 35,1 auf 36,8 Prozent im mittleren Management der Akademikerinnen.

Der Einkommensunterschied im Bundesdienst hat sich von 13,3 Prozent im Jahr 2012 auf 12,8 Prozent im Jahr 2013 verringert. Insgesamt sind fast ein Drittel der Bundesbediensteten (32,6 Prozent) Akademiker, im Vergleich zu nur 12,6 Prozent in der Privatwirtschaft.

Im Internet abrufbar ist das Personalhandbuch "Das Personal des Bundes 2014", über das auch die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Montag-Ausgabe berichtet, unter