Erstellt am 28. Mai 2014, 13:21

Bundesheer-Hilfskonvoi auf dem Weg nach Bosnien. Mit 72 Mann, 31 Fahrzeugen und 170 Tonnen Ausrüstung ist am Mittwoch ein Konvoi des Österreichischen Bundesheeres in die Hochwassergebiete nach Bosnien-Herzegowina aufgebrochen.

In den nächsten drei Monaten werden die Soldaten in Orasje täglich rund 240.000 Liter sauberes Wasser produzieren, womit bis zu 50.000 Menschen versorgt werden können. "Jetzt ist rasches Handeln erforderlich", sagte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) bei der Verabschiedung. "Mit der internationalen Katastrophenhilfseinheit AFDRU (Austrian Forces Desaster Relief Unit) hat das Bundesheer das richtige Werkzeug bei der Hand, um schnell und unkompliziert Hilfe leisten zu können."

Das Kontingent besteht mit der siebenköpfigen Vorausabteilung aus 78 Männern und einer Frau. Der Großteil kommt von den ABC-Abwehrkompanien in Korneuburg und Graz. Den Kern der Hilfskräfte bilden die Wasseraufbereitungsgruppen mit je einer chemischen und einer physikalischen Anlage. Dazu kommen noch ein Führungs- und Versorgungselement, ein Expertenstab, eine Sanitätsgruppe, eine Dekontaminationsgruppe sowie Pioniere und Minenexperten.

80.000 Menschen evakuiert

Nach einer ersten Bilanz sind etwa 7.500 Häuser in Bosnien durch das Hochwasser unbewohnbar geworden. Dies teilte das bosnische Ministerium für Menschenrechte und Flüchtlinge am Mittwoch mit. Rund 80.000 Menschen mussten ihr Heim wegen der Überschwemmungen verlassen. Die Schäden für die Landwirtschaft seien ebenfalls enorm.

Bosnien habe nicht die Kraft, die entstandenen Probleme selbst zu lösen, meinte Vladimir Usorac, Leiter des Landwirtsverbandes der Republika Srpska, gegenüber der Tageszeitung "Oslobodjenje". Dort sind nach Behördenangaben durch die Überschwemmungen etwa 58 Prozent der Bevölkerung und 40 Prozent des Gebiets betroffen, rund 60 Prozent des Viehbestandes wurde vernichtet. In Bosanski Samac, einer Kleinstadt am Fluss Save, standen einzelne Stadtteile auch noch am Mittwoch unter Wasser.

Die Europäische Union hat indes Serbien wegen der Hochwasserschäden 30 Millionen Euro aus der EU-Beitrittshilfe (IPA) zugesagt. Dies erklärte Oskar Benedikt von der EU-Vertretung in Belgrad heute, Mittwoch. Brüssel sei bemüht, zusätzliche Finanzmittel aus anderen Quellen bereitzustellen. Dafür müsse allerdings zuerst die serbische Regierung tätig werden. Diese müsse genau auflisten, wofür das Geld genau verwendet werde, wurde Benedikt von der Presseagentur Tanjug zitiert.