Erstellt am 24. Oktober 2015, 12:58

von APA/Red

Rapid will Europa-League-Schwung mit ins Derby nehmen. In der Fußball-Europa-League eilt Rapid von Erfolg zu Erfolg, in der Bundesliga lief es zuletzt hingegen nicht nach Wunsch.

Rapid will keine Achterbahnfahrt, sondern Schwung mitnehmen  |  NOEN, APA

 Ausgerechnet im 315. Wiener Derby am Sonntag gegen die Austria wollen die Hütteldorfer nun nach zwei Niederlagen in Folge zurück auf die Siegerstraße. "Die Mannschaft ist nach den drei Siegen gut drauf. Wir wissen, worum es geht", betonte Austria-Trainer Thorsten Fink.

Die Doppelbelastung ist bei Rapid kein Thema, vielmehr soll der Schwung vom 3:2 gegen Viktoria Pilsen am Donnerstag mitgenommen werden. "Es ist kein Nachteil, dass wir gestern gespielt haben. Ich bin überzeugt, dass wir frisch sein werden", blickte Rapid-Trainer Zoran Barisic optimistisch nach vorne. Neue Ausfälle gab es im Lager der Grünweißen keine zu beklagen, es könnte daher im Happel-Stadion prinzipiell die am Donnerstag siegreiche Mannschaft neuerlich das Vertrauen erhalten. Zu erwarten ist aber trotzdem, dass Rapids Trainer wohl den ein oder anderen Spieler ins Team rotiert.

"Wir werden jeden Spieler genau unter die Lupe nehmen", ließ sich Barisic nichts entlocken. Auf die Frage ob Abwehrchef Mario Sonnleitner wieder die Bank drücken muss, blieb eine konkrete Antwort aus. "Wir haben drei Topinnenverteidiger, spielen aber nur mit zwei. Einer muss daher immer draußen sitzen."

Der Auftritt gegen den tschechischen Meister hat dem Liga-Dritten jedenfalls viel Selbstvertrauen gegeben. "Wir haben gezeigt, dass wir um 500 Prozent besser spielen können, als gegen den WAC", freute sich Barisic. Und Sportdirektor Andreas Müller war vor allem von den ersten 45 Minuten positiv angetan: "Das war mit eine der besten Hälften, die ich hier erlebt habe." Daran gelte es nun anzuschließen. "Wir wollen gegen die Austria genauso auftreten wie gegen Viktoria Pilsen, wo sehr viele Dinge gut waren", gab Barisic die Marschroute vor.

Die Austria liegt indes in der Bundesliga mehr als im Plansoll. Nach dem ersten Meisterschaftsdrittel steht dank 24 Punkten Platz zwei zu Buche. Rapid, das zuletzt national strauchelte, wurde in der Vorwoche hinter sich gelassen. Und das, obwohl die Hütteldorfer im ersten Saisonvergleich einen 5:2-Sieg aus Wien-Favoriten entführten. Es war die zweite schwere Derby-Pleite für die Austria nach dem 1:4 zum Ausklang der Vorsaison. Laut Fink wurde die jüngste Niederlage, als die Austria dem Gegner bei Gegenstößen viel zu viel Raum ließ, aufgearbeitet. "Wir müssen besser stehen. Daran haben wir in letzter Zeit gearbeitet", betonte der Deutsche.

Verzichten muss die Austria auf Innenverteidiger Vance Sikov. Der Mazedonier laboriert an einer Muskelverletzung im Oberschenkel, für ihn rückt Richard Windbichler in die Start-Elf. Fraglich war auch Offensivmann Larry Kayode, der gegen Grödig einen Schlag auf den Oberschenkel erhielt und deshalb nur teilweise mit der Mannschaft trainieren konnte. Ein Ausfall des schnellen Nigerianers würde die Austria sicher treffen.

"Wir wollen nicht nur destruktiv agieren. Man kann Rapid schlagen, aber es muss alles passen, damit man eine Chance hat", meinte Fink über die taktische Ausrichtung. Dass der Gegner in der Liga zuletzt Probleme hatte, blieb auch beim Stadtrivalen niemandem verborgen. "Wir wissen über ihre Schwierigkeiten in der Meisterschaft. Die sie auch nach Europacupspielen immer wieder haben. Wir wollen das ausnutzen, das ist klar", sagte Fink. Dennoch: "Wir konzentrieren uns in erster Linie auf unsere Leistung."

An Spekulationen über einen nach dem Europa-League-Einsatz gegen Viktoria Pilsen (3:2) vielleicht müden Gegner wollte sich Fink nicht beteiligen. Gesprächiger wurde er, nachdem Sportdirektor Franz Wohlfahrt diverse Statistiken zur bisherigen Austria-Saison aufgezählt hatte. Diese weisen die Wiener in Bereichen wie Torschüssen oder Flanken als Liga-Spitze aus. Für Fink ein klarer Beleg dafür, dass seine Mannschaft auf einem guten Weg ist.

"Wir müssen uns nicht verteidigen, dass wir 24 Punkte haben", stellte der Deutsche fest. In diesem Moment wurde klar, dass Fink die Kritik an der Spielweise der Austria von Fan- wie auch medialer Seite nicht unbedingt egal ist. Einig war sich die sportliche Führung der Austria, dass noch genug Platz für Verbesserung bestehe. Wohlfahrt hielt aber ebenso wie sein Trainer fest: "Wir sind mit dem Ergebnis bis jetzt durchaus zufrieden."