Erstellt am 15. August 2016, 14:49

Zagreb letzte Hürde für Salzburg vor CL-Gruppenphase. Die Neun soll es sein. Nach acht gescheiterten Anläufen steht Red Bull Salzburg einmal mehr vor den Pforten der Champions-League-Gruppenphase.

 |  APA (Expa)

Am Dienstag (20.45 Uhr, live ORF eins) stellt sich den "Bullen" im Hinspiel des Quali-Play-offs als letzte Hürde das spielstarke Dinamo Zagreb in den Weg. Trainer Oscar Garcia ist guter Dinge: "Wir gehen mit viel Selbstbewusstsein in das Spiel."

Oscar will es mit seiner Truppe besser machen als Giovanni Trapattoni, Huub Stevens, Roger Schmidt, Adi Hütter und Peter Zeidler vor ihm und erstmals in der Red-Bull-Ära die Gruppenphase der Königsklasse erreichen. Für die Gruppenphase der Europa League ist man selbst im Falle des Scheiterns gegen Kroatiens Serienmeister (elfmal in Folge) ohnehin bereits qualifiziert. Eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in Wals-Siezenheim am kommenden Mittwoch ist das Ziel. "Wenn wir die Null halten, ist es super. Aber ein 1:0 nehmen wir auf jeden Fall mit", meinte Offensivmann Valon Berisha dazu.

Für Salzburg geht es nicht nur um Prestige, sondern auch um Geld. Geld, das nicht zuletzt im Hinblick auf das Financial Fairplay der UEFA von Bedeutung ist. Die Startprämie in der CL-Gruppenphase beträgt 12 Millionen Euro. Für jeden Sieg würden weitere 1,5 Millionen, für jedes Remis immerhin 500.000 Euro fällig. Im Vergleich: Der Start in der Gruppenphase der Europa League wird mit nur 2,4 Millionen, ein Sieg mit 360.000 Euro honoriert.

Salzburgs Erinnerungen an Dinamo sind gut. Viermal traf man in den vergangenen sieben Jahren im Europacup auf die Kroaten, dabei verloren die "Bullen" kein einziges Mal. Zuletzt gab es im Herbst 2014 in der Gruppenphase der Europa League mit 4:2 zuhause und 5:1 auswärts klare Siege. Da war freilich noch u.a. Kevin Kampl an Bord. "Die Gesichter beider Mannschaften haben sich seit damals deutlich verändert, ein Rückblick auf diese Spiele hat nur statistischen Wert. Für uns geht es im Play-off gegen eine Topmannschaft, die uns in beiden Duellen alles abverlangen wird", stellte Außenverteidiger Andreas Ulmer, gegen Dinamo bisher immer dabei, klar.

Die Favoritenrolle liegt aus Sicht von Rapid-Legende Zlatko Kranjcar, der im Sommer das Traineramt in Zagreb übernahm, jedenfalls "nicht bei Salzburg". Nach dem 2:1-Heimsieg über Inter Zapresic am Samstag war der 59-Jährige ziemlich sicher: "Ich glaube, dass wir für Salzburg bereit sind". Oscar geht von einem harten Brocken aus. "Es war kein Zufall, dass sie zuletzt in der Champions-League-Gruppenphase mit dabei waren", erklärte der 43-Jährige. "Wir sind uns bewusst, welcher Gegner auf uns wartet. Zagreb war viermal in der Champions League und hat sehr viel Geld investiert", sagte er.

Dabei hat Dinamo auch sehr viel Geld eingenommen. Jahr für Jahr transferiert der Verein Topspieler ins Ausland. Alleine in diesem Sommer kassierte man für Marko Pjaca (Juventus Turin, 23 Millionen), Josip Brekalo (Wolfsburg, 6 Millionen) und Marcelo Brozovic (Inter Mailand, 5 Millionen) kräftig ab. Dazu kommt noch der bevorstehende Wechsel von Marko Rog zu SSC Napoli. Gegen Salzburg wird der 16-Millionen-Mittelfeldmann aber noch für seinen alten Club spielen. Nächster Kandidat auf einen Millionentransfer ist mit Ante Coric ein 19-jähriger "Ex-Bulle", der von Anfang 2009 bis 2013 im Nachwuchs der Salzburger kickte, schließlich aber wieder in seine Heimat zurückkehrte.

Während Dinamo in neun Pflichtspielen in der laufenden Saison bei einem Remis acht Siege, vier davon gegen die CL-Quali-Gegner Vardar Skopje und Dinamo Tiflis, feierte, hat Salzburg schon eine Niederlage (1:3 bei Sturm zum Ligaauftakt) hinnehmen müssen. Doch die Formkurve zeigt nach oben, beim 2:0 in Ried am vergangenen Samstag lief vieles rund - und diente als Moralinjektion für das Spiel in Zagreb. "Das gibt uns Selbstvertrauen. Wir können da einiges Positives für Dienstag mitnehmen", sagte etwa Valentino Lazaro.