Erstellt am 17. Februar 2015, 16:39

von APA/Red

10.000 Einsätze für Polizei-Sondereinheiten. Die Sondereinheiten des Innenministeriums, die seit 2013 zusammengelegten EKO Cobra und Direktion für Spezialeinheiten (DSE), haben im Vorjahr 10.003 Einsätze verzeichnet.

"Mehr als 27 Einsätze pro Tag werden von unseren Topspezialisten durchgeführt", sagte Konrad Kogler, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wiener Neustadt.

15 Prozent Steigerung für Cobra

Bei der Sondereinheit Cobra gab es 2014 eine Steigerung von rund 15 Prozent, "vor allem wegen der Terrorbedrohungen", sagte Cobra-Chef Walter Weninger. So habe es auch verstärkte Personenschutzdienste gegeben, etwa bei den Atomgesprächen oder dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Wien.

Seit 2004 gab es in Europa 23 Terroranschläge mit fast 400 Toten, erläuterte Kogler. "Der Terror ist in Europa angekommen, wir haben entsprechende Vorsorge zu treffen." Sei man aufgrund der Erfahrung in Europa bisher eher auf Großlagen orientiert gewesen, müsse man jetzt eher mit Einzeltätern rechnen, die auch zeitnah und an mehreren Orten auftreten können, erläuterte Weninger.

Erkenntnisse aus Anlassfällen werden analysiert und in Ausbildung und Ausrüstung umgesetzt, sagte Bernhard Treibenreif, Direktor der Spezialeinheiten. Nach den Anschlägen von Kopenhagen sei man verstärkt auf die jüdische Gemeinde zugegangen, sagte Kogler. "Aktuell haben wir keine zusätzlichen Observierungsmaßnahmen gesetzt."

Cobra verzeichnete die meisten Einsätze

Zur Sondereinheit EKO Cobra/DSE gehören auch die Zentrale Observation sowie der Entschärfungsdienst. Die meisten Einsätze 2014 verzeichnete mit rund 4.250 die Cobra, darunter waren neben über 900 Täterlagen auch über 1.200 Personenschutzdienste sowie 74 Transportbegleitungen der Österreichischen Nationalbank. Die Observationseinheiten wurden mehr als 3.500 mal angefordert. Der Entschärfungsdienst rückte über 2.200 Mal aus.

Insgesamt 682 Beamte arbeiten aktuell bei der Einheit EKO Cobra/DSE. Die Cobra selbst ist in acht Bundesländern vertreten, insgesamt gehören 428 Männer und zwei Frauen der Spezialeinheit an. "Auf jedem Stützpunkt ist rund um die Uhr eine Bereitschaftseinheit binnen 15 bis 30 Minuten verfügbar", erklärte Weninger.

Als Beispiel für einen "hochprofessionellen" Einsatz im Vorjahr nannte Kogler die Großrazzia gegen mutmaßliche Jihadisten in Wien, der Steiermark und Oberösterreich im November. Der Zugriff erfolgte damals zeitgleich an mehr als 20 Plätzen, eine Vielzahl der Nachbarn habe davon nichts bemerkt, sagte Kogler.

50.000 illegale pyrotechnische Artikel sichergestellt

Als weiterer besonderer Einsatz gilt die Sicherstellung von 50.000 pyrotechnischen Artikeln aus illegaler Produktion im November 2014 in Kapfenstein. Zuvor waren bei einer Explosion bei der Herstellung der Böller zwei Menschen getötet worden.

Bei dem Pressetermin am Dienstag präsentierten Cobra-Beamte auch drei mögliche Einsatz-Szenarien: Schüsse auf Personenschützer, ein mobiler Zugriff auf ein fahrendes Auto mit der Verhaftung eines Flüchtigen sowie eine Geiselnahme bzw. Befreiung.

Dabei feuerten Präzisionsschützen mit echter Munition aus einem Polizeihubschrauber. Auch der Entschärfungsdienst rückte mit dem Fernlenkroboter - ein Telemax, Spitzname "Maxl" - aus. Der Roboter ist in Österreich übrigens bereits seit 20 Jahren im Dienst, sagte Weninger.