Erstellt am 17. November 2015, 23:32

Das Wembley sang die Marseillaise. Das Fußball-Testspiel zwischen England und Frankreich ist am Freitag im Zeichen der Solidarität gestanden. Vier Tage nach den Terroranschlägen in Paris bereiteten die Engländer den Franzosen im Londoner Wembley-Stadion einen emotionalen Empfang.

 |  NOEN, APA (AFP)

Die Partie gewannen die Gastgeber dank des ersten Länderspieltors von Dele Alli (39.) sowie einem weiteren Treffer von Routinier Wayne Rooney (48.) 2:0.

Das Wembley strahlte in den französischen Nationalfarben. Liberte, Egalite, Fraternite stand in großen Lettern über dem Haupteingang des Stadions. Innerhalb der stark gesicherten Arena drückten viele englische Fans ihre Solidarität mit französischen Fahnen oder Transparenten mit Aufschriften wie "Pray for Paris" aus.

Zum Höhepunkt des ungewöhnlichen Abends wurde das Abspielen der Hymnen vor dem Match. Die über 70.000 Zuschauer sangen die "Marseillaise", deren Parolen auf den beiden Großbildschirmen abzulesen waren.

Im Publikum saßen auch Ministerpräsident David Cameron, Prinz William und der Londoner Stadtpräsident Boris Johnson. Prinz William legte zusammen mit den Coaches der beiden Teams, Roy Hodgson und Didier Deschamps, Blumenkränze zum Gedenken an die über 120 Todesopfer der Anschläge vom Freitag nieder.

Die anschließende Schweigeminute, während der alle Spieler sich am Mittelkreis versammelt hatten, wurde perfekt eingehalten, kein Ton hallte von den Rängen. Einen ganz besonderen Empfang erhielt Frankreichs Mittelfeldspieler Lassane Diarra, dessen Cousine bei den Anschlägen starb.

In Rostow am Don musste Russland, Gegner Österreichs in der EM-Quali-Gruppe G, nach einer 1:0-Führung beim 1:3 (1:0) gegen Kroatien die erste Niederlage im sechsten Spiel unter Teamchef Leonid Sluzki hinnehmen. Im Duell der beiden EM-Teilnehmer trafen Fedeor Smolow (14.) bzw. Nikola Kalinic (57.), Marcelo Brozovic (60.) und Mario Mandzukic (82.).

Italien führte in Bologna gegen Rumänien nach frühem 0:1-Rückstand dank Treffern von Claudio Marchisio (55.) und Manolo Gabbiadini (65.) mit 2:1, musste im Finish durch Florin Andone (89.) aber noch den Ausgleich hinnehmen.

Portugal kam in Luxemburg zu einem 2:0-(1:0)-Sieg. Die Treffer in Abwesenheit des geschonten Superstars Cristiano Ronaldo erzielten Andre Andre (30.) und Nani (87.).

Österreichs Bundesligist Rapid war an diesem Abend mit zwei Legionären vertreten. Goalie Jan Novota stand beim 3:1 (0:1) der Slowakei gegen Island zwischen den Pfosten, Mittelfeldmann Thanos Petsos kam beim 0:0 Griechenlands gegen die Türkei ab der 46. Minute zu seinem zweiten A-Team-Einsatz. Den ersten hatte er im November 2011 absolviert.

Beim ersten Zusammentreffen der beiden Teams seit acht Jahren schallten während der Schweigeminute für die Attentate in Paris Buhrufe durch das Istanbuler Basaksehir-Stadion.