Erstellt am 13. Oktober 2014, 17:13

Deutschland gegen Iren in der Pflicht. Das 0:2 in Polen soll nur ein Betriebsunfall gewesen sein.

Mit einem Dreipunkter am Dienstag (20.45 Uhr/live RTL) in Gelsenkirchen gegen Irland will Fußball-Weltmeister Deutschland die Kräfteverhältnisse in der EM-Qualifikation wieder zurechtrücken. Eine Diskussion um einen möglichen Qualitätsverlust seit der erfolgreichen WM in Brasilien soll gar nicht erst aufkommen.

Weltmeister will sich keinen Punkteverlust erlauben

Drei Punkte fehlen den Deutschen in Gruppe D auf das Spitzenduo Polen, das zeitgleich Schottland empfängt, und Irland. Einen weiteren Punkteverlust will sich der Weltmeister nicht erlauben, um im Rennen um die beiden fixen EM-Tickets nicht in Bedrängnis zu geraten. Die Stimmung in der Mannschaft sei nach wie vor gut, versicherte Teamchef Joachim Löw.

Zwei Niederlagen in Serie hat es in seiner Amtszeit (seit 2006) noch nie gegeben. Seine Spieler sind nach der historischen Pleite in Polen auf Wiedergutmachung aus. "Wut ist vielleicht das falsche Wort. Aber wir haben den Vorsatz, dass wir gegen Irland unbedingt die drei Punkte einfahren wollen", sagte Löw.

Die Personalsorgen sind aber nicht kleiner geworden. Mittelfeldspieler Christoph Kramer fällt wegen einer Magen-Darm-Grippe aus. Kapitän Bastian Schweinsteiger, Spielmacher Mesut Özil, Sami Khedira, Marco Reus oder Benedikt Höwedes fehlten bereits in Polen. Mit der Spielanlage dort war Löw zufrieden. "Konsequenz im Abschluss ist noch mal das Thema mit der Mannschaft."

Löw nimmt personell kaum Veränderungen vor

Mangels Alternativen dürfte Löw personell kaum Veränderungen vornehmen. Schalke-Jungstar Julian Draxler hofft in seinem Heimstadion auf einen Platz in der Startformation. Bayern Münchens Offensivallrounder Thomas Müller dürfte erneut an vorderster Front agieren. "Wir müssen das Ding noch mehr erzwingen", sagte der 25-Jährige über die mangelnde Chancenauswertung.

Darüber konnten sich die Iren zuletzt nicht beschweren. Am Wochenende tankten sie mit einem 7:0 gegen Gibraltar Selbstvertrauen. "Es gibt keinen Grund, warum wir gegen Deutschland nichts holen sollten", sagte Kapitän Robbie Keane. Der 34-Jährige erzielte gegen das jüngste UEFA-Mitglied bereits in den ersten 18 Minuten einen Hattrick - und ist mit mittlerweile 21 Treffern erfolgreichster Torschütze in der Geschichte der EM-Qualifikation.

"Gegen Deutschland wird es aber ein komplett anderes Spiel", weiß Teamchef Martin O'Neill. Zu großer Respekt vor dem Weltmeister sei dennoch das falsche Rezept. "Wenn wir nur abwartend agieren, wird Deutschland einen Weg finden. Wir haben Alternativen. Ich denke, dass wir ihnen damit Probleme bereiten können." Co-Trainer Roy Keane sprach gar von einem "verwundeten Tier", auf das man in Gelsenkirchen treffen werde.

Iren haben noch nie Pflichtspiel gegen Deutschland gewonnen

Ein Pflichtspiel gegen Deutschland haben die Iren allerdings noch nie gewonnen. In der vergangenen WM-Qualifikation setzte es in einer Gruppe mit Österreich ein 1:6 (h) und ein 0:3 (a). Nachbar Nordirland gastiert in Gruppe F als Tabellenführer ohne Punktverlust in Griechenland. Die Griechen stehen nach einem 0:1 gegen Rumänien und einem 1:1 in Finnland bereits unter Druck.

Ähnlich ergeht es Portugal. Der Favorit der Gruppe I darf sich nach einem blamablen 0:1 zum Auftakt gegen Albanien, das Teamchef Paulo Bento den Job gekostet hat, in Dänemark (mit Salzburg-Verteidiger Peter Ankersen) keine weitere Niederlage leisten. Teamchef Fernando Santos darf trotz seiner Sperre Dänemark auf der Trainerbank sitzen. Nach Anhörung aller Parteien habe man beschlossen, dem Antrag von Santos stattzugeben und seine Sperre über acht Pflichtspiele temporär auszusetzen, bis das Gericht zu einem endgültigem Beschluss kommt. Das teilte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) mit.

Der CAS erwarte eine finale Entscheidung bis Ende November 2014, hieß es weiter. Santos soll bei der WM in Brasilien noch als griechischer Nationaltrainer nach dem Achtelfinale gegen Costa Rica Offizielle beleidigt haben. Er war deshalb im September vom Weltverband (FIFA) mit der Sperre belegt worden. Santos hatte dagegen Berufung eingelegt.