Erstellt am 01. Juli 2014, 00:48

von APA Red

Deutschland rang Algerien nieder. Deutschland ist am Montag im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Algerien mit einem blauen Auge davongekommen.

Die Deutschen hatten mit dem krassen Außenseiter aus Nordafrika weit mehr Mühe als erwartet, der Aufstieg wurde erst mit 2:1 nach Verlängerung unter Dach und Fach gebracht.

Die deutschen Tore vor 43.000 Zuschauern in Porto Alegre gelangen Andre Schürrle (92.) und Mesut Özil (119.), für Algerien traf Abdelmoumene Djabou (121.). Die Deutschen hingen vor allem vor der Pause in den Seilen, besser ins Spiel kamen sie erst mit der Einwechslung des späteren Torschützen Schürrle in der 46. Minute.

Im Viertelfinale treffen die Deutschen am Freitag (18.00 Uhr) in Rio de Janeiro auf Frankreich, das ebenfalls am Montag Nigeria 2:0 besiegte. In den bisherigen sechs Achtelfinalpartien hat sich somit sechs Mal der Gruppensieger gegen den Gruppenzweiten durchgesetzt. Am Dienstag werden die Achtelfinali mit den Partien Argentinien-Schweiz (18.00 Uhr) und Belgien-USA (22.00 Uhr) abgeschlossen.

Von einer Hitzeschlacht konnte diesmal keine Rede sein, das Thermometer im Beira-Rio-Stadion zeigte lediglich 14 Grad Celsius. Die Deutschen mussten auf den erkrankten Verteidiger Mats Hummels verzichten, für ihn rückte Shkodran Mustafi in die Viererkette. Im defensiven Mittelfeld bekam Bastian Schweinsteiger den Vorzug gegenüber Sami Khedira.

Die Algerier gingen zwar auf dem Papier extrem defensiv ausgerichtet in die Partie, zeigten aber gleich in der Anfangsphase, dass sie offensiv brandgefährlich sind. Vor allem Islam Slimani wirbelte die deutsche Defensive durcheinander und wurde vom an diesem Abend mehrfach in höchster Not aus seinem Strafraum eilenden Tormann-"Libero" Manuel Neuer (9.) sowie von Per Mertesacker (11.) im letzten Moment gebremst.

Auch Sofiane Feghouli (14.) und Fauzi Ghoulam (18.) tanzten leichtfüßig durch die anfangs konfuse deutsche Hintermannschaft, zudem wurde ein Kopfballtreffer von Slimani zurecht wegen Abseits aberkannt (17.). Glück hatte Neuer bei einem von Jerome Boateng abgefälschten Schuss von Mehdi Mostefa, der knapp am Tor vorbeiging (39.).

Der stark beunruhigt wirkende DFB-Teamchef Joachim Löw musste mehr als eine halbe Stunde warten, bis seine recht planlose Truppe halbwegs Herr der Lage wurde. Erstmals richtig gefährlich wurde Deutschland durch einen Kopfball von Thomas Müller knapp neben das Tor (35.), dann scheiterten Toni Kroos und per Abstauber Mario Götze an Algerien-Schlussmann Rais M'Bolhi (41.).

Nach der Pause brachte Löw für Götze Schürrle in die Partie. Mit dem Chelsea-Angreifer kam merkbar frischer Wind ins deutsche Spiel. Ein Kopfball von Mustafi war zu zentral angetragen (49.). Bei einem Weitschuss von Philipp Lahm glänzte M'Bolhi (55.) genauso wie bei einem Kopfball von Müller (80.). Im Finish rollte Müller den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei (82.), ein Schweinsteiger-Kopfball wurde ebenfalls zur Beute von M'Bolhi (90.).

Die offensiven Nadelstiche der Algerier wurden weniger, Weitschüsse von Feghouli (74.) und Slimani (75.) waren die Ausnahme. Die sich andeutende Führung Deutschlands ließ in der Verlängerung nicht einmal zwei Minuten auf sich warten. Nach Querpass von Müller von der linken Seite bugsierte Schürrle den Ball schlitzohrig mit der Innenseite des hinter dem Körper befindlichen Fußes zum 1:0 ins lange Eck (92.).

Die endgültige Entscheidung besorgte Özil, der nach einem Schürrle-Schuss abstaubte und auf 2:0 erhöhte (119.). Algerien gab sich zwar noch immer nicht geschlagen, der Anschlusstreffer durch Djabou kam aber zu spät (121.). Damit gelang den Deutschen im dritten Anlauf auch erstmals ein Sieg über die Algerier, das bis Montag letzte Duell hatte man bei der WM 1982 in Spanien 1:2 verloren.