Erstellt am 14. März 2016, 14:38

von APA/Red

Diagonale zählte erstmals mehr als 30.000 Besucher. Der Einstand ist geglückt: Mit 30.200 Besuchern - und damit einem neuen Rekord - ging gestern, Sonntag, die erste von Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber geleitete Diagonale zu Ende.

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"Die Fußstapfen waren groß", freute sich das junge Intendanten-Duo am Montag in einer Aussendung über den Zuwachs von knapp 3.000 Besuchern im Vergleich zur letzten Ausgabe unter Barbara Pichler 2015.

"Wir freuen uns, dass die Diagonale noch mehr Leute für österreichisches Kino begeistern konnte und dass die roten Fäden, die wir durch das Programm gespannt hatten, aufgenommen und diskutiert wurden", so Höglinger und Schernhuber, die das Festival des österreichischen Films nach sieben Jahren von Pichler übernommen haben. Bei ihrer ersten Ausgabe waren an sechs Tagen 158 Filme zu sehen, darunter 107 im Wettbewerb und 68 als Premieren.

Nicht nur die Kinopremieren hätten sich dabei laut Diagonale als "Publikumsmagnete" erwiesen, auch die abendliche Partyschiene "#DurchDieNacht", der neu eingerichtete Festivaldistrikt, das Vernetzungsformat "Cinema Next Breakfast Club" und das Street Cinema erfreuten sich nach Festivalangaben großer Beliebtheit. Das Besucherplus sei aber nicht allein dem Rahmenprogramm zu verdanken, hat man doch auch bei den Kinoeintritten einen Zuwachs erzielt: Von den 30.200 Besuchern entfallen 20.784 auf Kinogeher (2015: 19.994 von 27.300).

Auswirkung auf die Auslastung hatte das aber keine: Sie sank im Vergleich zum Vorjahr von 73 auf 72 Prozent, "da wir bei der Programmierung immer auf die technische Ausstattung der Säle Rücksicht nehmen müssen und uns oft nicht an der Zahl der zu erwartenden Besucher/innen orientieren können", hieß es von der Diagonale auf APA-Anfrage. So konnten manch weniger publikumsträchtige Vorführungen etwa aus technischen Gründen nur im größten Saal im KIZ Royal stattfinden.

Besonders beliebt war der Dokumentarfilm "Kinders", der am Sonntag zum Festivalabschluss mit dem Publikumspreis der "Kleinen Zeitung" ausgezeichnet wurde. Darin begleiten Arash und Arman T. Riahi Kinder und Jugendliche aus prekären Lebensverhältnissen bei einem Musikausbildungsprojekt. Am Tag zuvor wurden bei einer festlichen Verleihung im Grazer Orpheum die Großen Diagonale-Preise u.a. Ruth Beckermann für ihren Spielfilm "Die Geträumten" und Sigmund Steiner für seine Vater-Sohn-Doku "Holz Erde Fleisch" zugesprochen.

Beckermann, die von der Jury für ihre "Dramaturgie von Intimität und inszenierter Vortragssituation, von Text, Körper, Gesicht und Raum, Sprechen und Zuhören" gewürdigt wurde, ist damit die erste Filmemacherin, die den Großen Diagonale-Preis sowohl in der Kategorie Spielfilm als auch Dokumentarfilm (2014 für "Those who go Those who stay") erhalten hat.

Vielfach zu Ehren kamen Nachwuchsregisseurinnen, darunter Maria Luz Olivares Capelle (Bester Kurzspielfilm, "Wald der Echos"), Kurdwin Ayub (Beste Bildgestaltung, "Paradies! Paradies!") oder Clara Trischler (Bester Kurzdokumentarfilm, "Zuhause ist kein Ort").

"Es freut uns, dass die Preise der Diagonale einen Aspekt widerspiegeln, der uns auch bei der Programmierung des Festivals wichtig war: qualitativ hochwertiges junges und arriviertes Kino Seite an Seite zu positionieren", werden Höglinger und Schernhuber zitiert. "Die Diagonale soll kein Nachwuchsfestival sein, muss aber ein Auge auf die Zukunft des österreichischen Films haben."