Erstellt am 29. Juni 2015, 17:18

von APA/Red

Discovery sicherte sich Europa-TV-Rechte für Olymp. Spiele. Lange Gesichter gab es am Montag bei Europas öffentlich-rechtlichen Sendern nach dem Coup um die TV-Rechte der Olympischen Spiele von 2018 bis 2024.

 |  NOEN, APA (DPA)

Das US-Medienunternehmen Discovery hat sich überraschend die TV-Rechte für den europäischen Markt gesichert. Offen blieb zunächst, ob ARD, ZDF oder auch der ORF Sublizenzen von der Eurosport-Mutter Discovery erwerben können.

IOC-Präsident Thomas Bach sah die öffentlich-rechtlichen Anstalten bei einer internationalen Telefon-Schaltkonferenz am Nachmittag noch nicht aus dem Rennen. "Die Rechte sind im Moment exklusiv in den Händen von Discovery Communications und Eurosport. Aber sie sind bereit, Verhandlungen aufzunehmen über Abkommen mit anderen Übertragungsanstalten", sagte Bach auf Anfrage der dpa.

Discovery offen für weitere Verhandlungen

Der überraschende Mega-Deal mit Discovery und Eurosport, der die öffentlich-rechtlichen Sender kalt erwischt hatte, bedeute nicht, "dass jetzt irgendjemand aus dem Rennen ist. Wer im Rennen sein möchte, kann sich jederzeit an Discovery wenden", meinte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees. "Sie haben gehört, wie offen Discovery ist, da in Diskussionen oder Verhandlungen einzutreten."

ARD und ZDF teilten in einer Stellungnahme mit, die Entscheidung des IOC "zur Kenntnis" zu nehmen. Zugleich gab man sich ratlos bis entsetzt: "ARD und ZDF hatten ein angemessenes Angebot abgegeben. ARD und ZDF sind langjährige Partner des IOC und berichten nicht nur bei den Olympischen Spielen, sondern auch in den Jahren zwischen den Spielen kontinuierlich über olympische Sportarten. Damit tragen ARD und ZDF in wesentlichem Maße zur Popularisierung der olympischen Sportarten bei. Aus der Pressemitteilung des IOC geht nicht hervor, was die Rechtevergabe an die internationale Sendergruppe für den deutschen Fernsehmarkt bedeutet."

ORF hofft auf eine Sub-Lizenz

Beim ORF hofft man jedenfalls noch auf eine Sub-Lizenz. "Der ORF blickt möglichen Verhandlungen mit Discovery ebenso entgegen, wie dies beim Erwerb der Olympia-Rechte 2014 und 2016 gegenüber dem Rechteinhaber Sportfive der Fall war", hieß es am Montag in einer ersten Stellungnahme gegenüber der APA.

Die öffentlich-rechtlichen Sender Europas waren bisher Dauer-Partner des IOC. Sie berichten auch im kommenden Jahr von den Sommerspielen in Rio de Janeiro. Discovery hat für das exklusive Rechtepaket 1,3 Milliarden Euro an das Internationale Olympische Komitee bezahlt. Das Unternehmen sendet unter anderem über seine Tochter Eurosport. In Deutschland und Österreich ist der Spartensender im Gegensatz zu anderen Ländern frei empfangbar. Eine Sublizenzierung für Free-TV wäre also theoretisch nicht notwendig. Es dürfte wohl eine Frage des Preises werden, ob ARD, ZDF und ORF bei Olympia noch zum Zug kommen.