Erstellt am 05. März 2015, 15:41

Grenzenlose Kunst in Krems. Die elfte Auflage des Avantgarde Festivals wartet einmal mehr mit noch nie dagewesenen Performances und Kunstinstallationen sowie Konzerten auf- wobei die Genres auch in diesem Jahr ineinander fließen.

Bei der Programmpräsentation zum 11. Donaufestival: Tomas Zierhofer-Kin und Landeshauptmann Erwin Pröll.  |  NOEN, NLK Reinberger
„Zwei Tabuthemen gleich vorab: Ich werde nichts über meine Nachfolge verraten, und auch nichts zu den Wiener Festwochen verraten“, sagt Intendant Tomas Zierhofer-Kin bei der Präsentation des Programms für das Donaufestivals 2015. 

Da Zierhofer-Kin ab 2017 die Intendanz der Wiener Festwochen übernimmt, wird das Donaufestival, das heuer von 24. Bis 26. April sowie von 30. April bis 2. Mai in Krems stattfindet, das vorletzte unter seiner künstlerischen Leitung sein. Die Bewerbungsfrist für Zierhofer-Kins Nachfolge sei jedenfalls abgelaufen und die Hearings bereits im Gange.

Auswege aus gesellschaftlichen Abgründen

Fix ist hingegen seit dieser Woche das gesamte Programm des Donaufestivals 2015. „Mit dem aktuellen Programm wollen wir das Publikum dazu bewegen, intensiver über globale Lebensweisen nachzudenken und sich die Fragen zu stellen: Wo können wir am Rande der gesellschaftlichen Abgründe Auswege finden? Wie können wir feste Strukturen aufbrechen, wie eine Utopie definieren?“, sagt der künstlerische Leiter.

So greift etwa das Projekt „Situation Rooms“ von Rimini Protokoll die Biografien von 20 Menschen auf, deren Schicksal von Waffen mitgeschrieben wurde – von Kindersoldaten bis Anwälten. Die Besucher sollen dabei in einem multimedialen Rollenspiel erfahren, welch dramatische Verstrickungen die globale Waffenindustrie mit sich bringt.

Die Installation „The Upper Classroom“ von Bernhard Hammer befasst sich in der Minoritenkirche hingegen mit dem Entstehen von Eliten sowie dem Verschwinden von Freiräumen innerhalb der Gesellschaft. Um die Mediengesellschaft und die daraus resultierende Reizüberflutung geht es hingegen bei der Performance Uraufführung „Dawn of the Revolution“.

Internationale Avantgarde-Künstler zu Gast in Krems

Zu den musikalischen Highlights zählen heuer der libanesische Künstler Tarek Atoui, der das Musikprogramm im Klangraum Krems der Minoritenkirche eröffnet, oder der amerikanische Multimedia-Künstler Michael Portony, der erstmals in Österreich auftritt. „Reverend Billy“ wird mit seinem „Stop Shopping Choir“ eine Messe zelebrieren und Claudia Bosse wird die Uraufführung von „a first stept to ideal paradise“ präsentieren.

Mit schwarzem Humor will Kim Noble, der Shooting-Star der britischen Performance-Szene, in „You are not alone“ das Thema Vereinsamung aufgreifen. Eine weitere Uraufführung präsentiert die Videokünstlerin Pipilotti Rist gemeinsam mit Hans Platzgumer und Eugénie Rebetz: In der Kunsthalle Krems werden 30 Jahre ihres Schaffens auf eine Fläche von 350 Quadratmeter projiziert.

Pröll hält an Donaufestival fest

Auch nach elf Jahren bekennt sich Landeshauptmann Erwin Pröll zu Niederösterreich wohl unkonventionellsten Festival: „Das Donaufestival ist eines der markantesten und schillerndsten Festivals, und wird weit über Niederösterreichs Grenzen hinaus wahrgenommen.“ Für ihn sei das Festival vor allem ein Bekenntnis zur Vielfalt und zur Freiheit der Kunst.

Der Kartenverkauft für das Donaufestival ist bereits gestartet, auch heuer wird es wieder Tages- und Mehrtagespässe geben. Für das Projekt „Situation Rooms“ sind eine Anmeldung sowie ein Zusatzticket um fünf Euro erforderlich. 

Weitere Infos:  www.donaufestival.at