Erstellt am 15. Januar 2016, 20:42

Doskozil, Stöger und Klug erfreut über neue Herausforderung. Das SPÖ-Personalkarussell dreht sich, der Vorstand hat alle Änderungen in der Regierungsmannschaft abgesegnet: Die Betroffenen - der künftige Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, der baldige Verkehrsminister Gerald Klug sowie der kommende Sozialminister Alois Stöger - zeigten sich Freitagnachmittag gegenüber der APA erfreut über die neue Herausforderung, die ihnen bevorsteht.

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Notwendig geworden waren die Änderungen, weil die SPÖ den bisherigen Sozialminister Rudolf Hundstorfer ins Rennen um die Hofburg schickt. Sein Nachfolger Stöger verlässt das Infrastrukturministerium "mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Er freue sich über das Vertrauen der Partei und des Klubs, "diese zentrale Funktion für die Sozialdemokratie - nämlich Arbeit und Soziales - zu führen". Die Aufgabe als Verkehrsminister habe er aber "gerne wahrgenommen", betonte Stöger im APA-Gespräch, deshalb sei ein "bisschen Wehmut" dabei.

Nun stehe er aber vor der "größten Herausforderung" seines bisherigen Lebens, verwies Stöger auf das Thema Arbeitsplätze. Inhaltlich will sich Stöger dazu bis zur Angelobung Ende Jänner nicht äußern, auch nicht zur von der ÖVP forcierten Pensionsreform. Eines richtete er dem Koalitionspartner dennoch aus: "Ich bin Sozialdemokrat." Die SPÖ habe sich immer dafür eingesetzt, Menschen, die es nicht so leicht haben, zu schützen - was das betrifft, werde es "keinen Kurswechsel" geben.

Auch Stögers Nachfolger Klug steht vor einer "neuen ehrenvollen und großen Herausforderung", nämlich dem Infrastrukturministerium. Er freue sich auf die neue Aufgabe - ein Thema der Wirtschaft, Beschäftigung, Innovation und Forschung und damit "zentrale Elemente für den Standort Österreich". Er werde ein "offenes Ohr für die Anliegen der Wirtschaft", aber auch der Arbeitnehmer haben, kündigte Klug gegenüber der APA an.

Auch er verspürt etwas Wehmut, da er die Landesverteidigung und Sicherheitspolitik, aber auch den Sport "mit großer Leidenschaft politisch geführt habe" - Nachsatz: "Auch in schwierigen Zeiten." Die Frage, ob er froh sei, den schwierigen Bereich Bundesheer loszuwerden, beantwortete Klug diplomatisch: Als Mitglied in der Bundesregierung habe jede Ressortverantwortung "ihre Herausforderungen" - sowohl im Verteidigungs- als auch im Infrastrukturressort, wenn auch unterschiedliche.

Mit dem Wechsel fällt Klug nun auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner als direktes Gegenüber in der ÖVP, etwa in der Flüchtlingsfrage, weg. "Ich habe immer versucht, einen konstruktiven Weg zu suchen und zu wählen", betonte er. Es habe unterschiedliche Positionen gegeben, und die müsse man auch deutlich ansprechen, findet Klug.

Der künftige Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil zeigt sich indes von Mutmaßungen über seine weitere Karriere geschmeichelt. "Ich wäre unehrlich, wenn ich nicht zugeben würde, dass der Landeshauptmann vom Burgenland eine charmante Spekulation ist", sagte er zur "Kronen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Nennungen als Bundeskanzler-Anwärter stören ihn hingegen.

Doskozil, zuletzt burgenländischer Polizeidirektor, davor auch Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), betonte aber, im Verteidigungsressort gut aufgehoben zu sein. Vorschusslorbeeren ehrten ihn, "aber ich werde in ein paar Monaten an meiner Arbeit gemessen werden", sagte er.

Lang gezögert hat er vor seiner Zusage für das Ministeramt nicht. "Die Frage, was das bedeutet, hatte ich mir schon vorher gestellt. Und da ich grundsätzlich ein spontaner Mensch bin, habe ich 'Ja' gesagt. Ich wusste gleich, das passt."

Mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) verbinde ihn eine "ausgezeichnete persönliche Ebene", sagte Doskozil im "Kurier". Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise brauche es in Zukunft eine enge Abstimmung der beiden Ressorts. Lob äußerte er auch für Generalstabschef Othmar Commenda. Er habe den einen oder anderen General durch den Einsatz von Nickelsdorf kennengelernt. Das Verhältnis sei sehr gut. Eine seiner ersten Maßnahmen werde eine Klausur mit dem Führungsstab sein.