Erstellt am 14. Januar 2015, 13:23

Drei Monate bedingt wegen Tierquälerei in Lainz. Zwei 14-jährige Burschen haben sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Favoriten verantworten müssen, weil sie im August 2014 im Lainzer Tiergarten junge Wildschweine gequält und verletzt haben. Zwei Frischlinge überlebten die Tortur nicht. Die Jugendlichen wurden zu drei Monaten bedingt sowie einer Psychotherapie verurteilt. Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig.

Insgesamt trafen sich sechs Buben im Alter von acht bis 14 Jahren im Lainzer Tiergarten, um gemeinsam Fußball zu spielen. Auf die dort lebenden Wildschweine aufmerksam geworden, kletterten sie über die Absperrmauer und begannen die Jungtiere zu jagen, erzählten die beiden Angeklagten, die sich grundsätzlich schuldig bekannten. Da ihre vier Freunde, die bei den Vorfällen dabei waren, noch nicht strafmündig waren, wurden sie nicht gerichtlich verfolgt.

Um die Frischlinge besser anlocken zu können, kauften sie im nahegelegenen Supermarkt Brot und hielten es den Tieren hin. Anschließend gingen die Buben mit Steinen und Stöcken auf die Frischlinge los. "Einer von uns hat ihm mit dem Stock auf das Bein geschlagen, dann konnte es nicht mehr ordentlich rennen", sagte einer der Beschuldigten vor Richterin Ulrike Fehringer. Daraufhin hätte der Freund immer wieder hingedroschen.

"Er hat gesagt, ich soll ein Video machen." Als das Tier tot war, vergruben die sechs den Kadaver, indem sie diesen mit Ästen und Steinen zudeckten. Eine der Mütter der Buben, die im Publikum saß, schlug die Hände vors Gesicht und schüttelte den Kopf bei den Schilderungen.

"Wir haben dabei Glücksgefühle verspürt", sollen die Kinder im Polizeiverhör ausgesagt haben. "Hattest du Spaß dabei?", fragte Staatsanwalt Wolfram Bauer einen mittlerweile 14-jährigen Zeugen, der angab, in den Lainzer Tiergarten mit den Vorsatz "gemma Wildschweine umbringen" gegangen zu sein. "Ab und an schon, aber als das Tier tot war, hat es mir leidgetan", meinte der kräftige Bursche, der zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt war.

Ein weiteres Mal wurde ein Wildschwein mit einem Seil stranguliert, das sie von einem nahegelegenen Holzstapel abgeschnitten hatten. Von den vier brutalen Attacken überlebten zwei Tiere nicht. Der jüngste Bub der Gruppe, der ebenfalls vor Gericht aussagte, war gerade einmal acht Jahre als. Als sich das Kind auf den Sessel setzte, um seine Zeugenaussage zu tätigen, reichten seine Beine nicht einmal auf den Boden.

Die Burschen wurden wegen des Quälens eines Tieres, mutwilligen Tötens eines Tieres und wegen Eingriffs in ein fremdes Jagd- und Fischereirecht verurteilt. Der Stadt Wien als Eigentümer des Jagdgebietes wurde ein Schadenersatz von 1.633,87 Euro zugesprochen.