Erstellt am 04. August 2015, 13:26

von APA Red

Drei Tote bei PKK-Anschlag in der Türkei. Kurdische Extremisten haben Sicherheitskreisen zufolge mit einem ferngesteuerten Sprengsatz zwei Soldaten und einen Wachposten im Südosten der Türkei getötet.

 |  NOEN, APA (epa)

Zugleich verübten sie am Dienstag erneut einen Anschlag auf eine Pipeline, wie das Energieministerium in Ankara mitteilte. Betroffen war demnach diesmal eine Leitung im Nordosten, über die Gas aus Aserbaidschan in die Türkei geliefert wird.

Die türkischen Sicherheitskräfte gehen seit etwas mehr als einer Woche massiv gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Parallel greifen sie Ziele der radikalislamischen IS-Miliz im Norden Syriens an. Hintergrund sind Anschläge, für die teils die PKK, teils der IS verantwortlich gemacht werden

Eine Mine war der Auslöser

Die Rebellen hätten aus der Ferne eine Mine unter einem Militärkonvoi gezündet und sich anschließend Gefechte mit den Soldaten geliefert, sagten die Vertreter einer Nachrichtenagentur. Sie bestätigten damit einen Bericht der amtlichen türkischen Agentur Anadolu.

Seit der Eskalation des Konflikts mit der PKK vor zwei Wochen sind damit 20 türkische Sicherheitskräfte getötet worden. Auslöser der aktuellen Krise war ein Selbstmordanschlag auf prokurdische Freiwillige in der südtürkischen Grenzstadt Suruc, bei dem am 20. Juli 32 Menschen getötet worden waren. Ankara machte die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) für den Anschlag verantwortlich, doch gaben viele Kurden der türkischen Regierung eine Mitschuld, weil sie die Extremisten zu lange habe gewähren lassen.

Die türkische Armee startete wenige Tage nach dem Anschlag in Suruc Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien, ging kurz darauf aber auch gegen PKK-Lager im Nordirak vor. Die Regierung betrachtet beide Gruppe gleichermaßen als Terrororganisationen. Die Offensive führte zum Zusammenbruch des seit dem Jahr 2013 geltenden Waffenstillstands mit der PKK. Die Guerillagruppe kämpft seit dem Jahr 1984 mit Waffengewalt für die Selbstbestimmung der kurdischen Bevölkerung. In dem jahrzehntelangen Konflikt wurden zehntausende Menschen getötet.