Erstellt am 05. August 2014, 10:00

Dreitägige Waffenruhe im Gazastreifen begonnen. Zwischen Israel und militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen hat am Dienstag eine dreitägige Waffenruhe begonnen.

Die von Ägypten vermittelte Feuerpause trat um 08.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr/MESZ) in Kraft. Minuten zuvor hatten militante Palästinenser noch Raketensalven auf israelische Städte wie Jerusalem und Ashdod abgefeuert. Israel zog alle seine Bodentruppen ab.

"Alle unsere Streitkräfte haben Gaza verlassen", sagte General Moti Almos dem israelischen Militärradio. "Die israelischen Streitkräfte werden in defensive Positionen außerhalb des Gazastreifen positioniert werden, und wir werden diese defensive Positionen halten", sagte Armeesprecher Peter Lerner. Israel hatte seine Bodenoffensive am 17. Juli begonnen.

Mit der Waffenruhe gibt es nun neue Hoffnung auf ein Ende der Gewalt. Die Waffen sollen für 72 Stunden schweigen, zugleich sollen in Kairo Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand beginnen. Israel und eine palästinensische Delegation, die sich zu Gesprächen in der ägyptischen Hauptstadt aufhielt, hatten der Waffenruhe zugestimmt. Hochrangige Delegationen beider Seiten sollen nun über eine langfristige Waffenruhe beraten.

Feuerpause könnte wieder nur von kurzer Dauer sein

Zwar lebt die Hoffnung auf ein Schweigen der Waffen, allerdings hatte sich eine einseitige siebenstündige Feuerpause, die Israel am Montag erklärt hatte, ebenso brüchig erwiesen wie eine Waffenruhe am vergangenen Freitag. Auch kurz vor Beginn der Feuerpause am Dienstag wurden aus dem Gazastreifen Raketen auf mehrere israelische Städte abgefeuert. Auch in Jerusalem und Tel Aviv wurde Luftalarm ausgelöst, während Israels Luftwaffe ihrerseits mehrere Ziele in dem Palästinensergebiet angriff.

Nach den Worten des israelischen Regierungssprechers Mark Regev entsprechen die Bedingungen der aktuellen Feuerpause jenen, die Ägypten bereits vor drei Wochen vorgelegt hatte. Die im Gazastreifen herrschende Hamas lehnte sie damals unter anderem mit der Begründung ab, dass die Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten nicht aufgehoben werde.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben während des einmonatigen Gaza-Krieges 32 Tunnel der radikal-islamischen Hamas im Grenzgebiet zu Israel zerstört. Insgesamt habe die Armee seit dem 8. Juli 4.800 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen, sagte der Militärsprecher. 82.000 Reservisten seien für die Kämpfe eingezogen worden.

Bei Kämpfen und Luftangriffen seien rund 900 militante Palästinenser getötet worden. Insgesamt kamen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1.860 Menschen ums Leben, rund 10.000 wurden verletzt. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.