Erstellt am 22. März 2015, 06:56

Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Jemen. Angesichts der eskalierenden Gewalt im Jemen kommt der UN-Sicherheitsrat am Sonntagnachmittag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Das erklärten Diplomaten am Samstag. Das Treffen geht auf eine entsprechende Bitte des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi zurück.

Bei den schlimmsten Attentaten, die die Hauptstadt Sanaa bisher erlebte, waren am Freitag mindestens 142 Menschen getötet und 351 weitere verletzt worden. In zwei Moscheen, die von Anhängern der schiitischen Houthi-Miliz besucht werden, hatten sich während des Gebets vier Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Erstmals bekannte sich die sunnitische Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu Anschlägen im Jemen.

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Bisher war die Terrororganisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) die aktivste Jihadistenorganisation in dem Land. Die Houthi-Miliz war seit Sommer vergangenen Jahres auf Sanaa vorgerückt, im Jänner übernahm sie mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt. Präsident Hadi gelang Ende Februar die Flucht nach Aden.

Wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage im Jemen ziehen die USA ihr verbliebenes Botschaftspersonal aus dem Land ab. Aus Sicherheitsgründen würden alle Mitarbeiter außer Landes gebracht, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Jeff Rathke, am Samstag. Erst kurz zuvor hatten die USA auch ihr Militärpersonal aus dem Jemen abgezogen.

Die USA hatten ihre Botschaft im Jemen wegen der angespannten Sicherheitslage bereits im Februar geschlossen. Mit der Entscheidung vom Samstag werden nun auch die letzten verbliebenen Mitarbeiter abgezogen.