Erstellt am 11. März 2015, 13:46

von APA/Red

Drogenhändler belieferten aus Wien halb Europa. Die Wiener Polizei hat einer international agierenden Drogenbande das Handwerk gelegt.

Die Köpfe der Organisation stammen aus Guinea-Bissau, ebenso einige der Kuriere. Zudem wurden für die Transporte auch Tschechen sowie Staatsbürger des ehemaligen Jugoslawiens eingesetzt, um das Suchtgift meist aus Südamerika über Portugal nach Wien zu bringen, wo es nach halb Europa geliefert wurde.

Bereits Mitte des Vorjahres war eine Kurierin mit 1,2 Kilogramm Heroin im Gepäck auf dem Flughafen von Teneriffa festgenommen worden. Sie gab an, den Stoff in Wien übernommen zu haben. Dadurch gelang es den Ermittlern, den Männern aus Guinea-Bissau auf die Schliche zu kommen. Im Zuge der Ermittlungen wurde im November am Wiener Westbahnhof ein 22-jähriger "Bodypacker" erwischt, der 16 Kokain-Kugeln in seinem Körper transportiert hatte. 400 Gramm Heroin hatte ein 34-Jähriger verschluckt, der die Drogen im Dezember nach Luxemburg schmuggeln wollte.

In Laptoptasche 2,1 Kilo Kokain versteckt

Der größte Schlag gelang den Drogenfahndern am 8. März: Ein 74-Jähriger war vom 33-jährigen Haupttäter beauftragt worden, "zwei Liter Milch" zu holen - offensichtlich befürchtete man zu Recht, telefonisch überwacht zu werden. Bei der Rückkehr aus Brasilien klickten für den pensionierten Tschechen und zwei Begleiter in Wien die Handschellen. Er hatte in einer präparierten Laptoptasche 2,1 Kilo Kokain versteckt, die im Straßenverkauf etwa 250.000 Euro gebracht hätten. Nun wurden auch der Haupttäter und zwei Helfer verhaftet sowie eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Die Kriminalisten hatten sich nach der ersten Festnahme Schritt für Schritt vorgearbeitet, bis sie die gesamte Organisation zerschlagen konnten. Welche Mengen an Drogen insgesamt umgesetzt wurden, stand vorerst nicht fest. Doch wurden von Wien aus Österreich, Deutschland, Spanien, Tschechien, Luxemburg und die Schweiz beliefert.