Erstellt am 17. Februar 2016, 14:13

Durchfallen in Volksschule soll Ausnahmefall werden. Nur noch verbale Leistungsbeurteilungen an Volksschulen bis zur dritten Klasse sieht ein dem Koalitionspartner übermittelter Entwurf des Bildungsministeriums vor. Ein Durchfallen in diesem Altersbereich soll außerdem nur in Ausnahmefällen möglich sein, heißt es laut "Ö1-Mittagsjournal" in dem Papier zur Bildungsreform.

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"In Bewertungsgesprächen sollen die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten über den Lern- und Entwicklungsstand, über Lernfortschritte und Leistungsstärken, sowie Begabungen informiert werden. Darüber hinaus soll jeweils am Ende des Wintersemesters und am Ende des Unterrichtsjahres eine schriftliche Semester- bzw. Jahresinformation ergehen, die das Zeugnis mit Ziffernbeurteilungen ersetzen", so ein Zitat aus dem Papier, über das nun mit dem ÖVP-Verhandlungsteam zur Bildungsreform gesprochen werde.

Das entspricht in etwa jener Regelung, die derzeit in Form von Schulversuchen an zahlreichen Schulen zum Teil seit Jahrzehnten erprobt wird.

Schüler sollen laut dem Entwurf in der ersten bis dritten Klasse Volksschule de facto nicht mehr sitzenbleiben. "Moderne Pädagogik darf ein Wiederholen von Schulstufen in diesem Altersbereich nicht zulassen", wie es in den Erläuterungen zum Entwurf heißt. Ein freiwilliges Wiederholen einer Schulstufe soll "in Ausnahmefällen" möglich sein. Diese Möglichkeit sei aber "äußerst restriktiv" handzuhaben.

Eine Hintertür für Ziffernnoten gibt es aber - nämlich, wenn die Eltern solche Einstufungen für ihre Kinder verlangen. Die Lehrer müssten diese dann ergänzend zur verbalen Beurteilung anführen. Auch das ist in den derzeit laufenden Schulversuchen vorgesehen.

In dem Papier ebenso enthalten sind Maßnahmen, die den Übertritt vom Kindergarten an die Volksschule erleichtern sollen. Kindergartenpädagogen sollen Lehrern zukünftig Information über den Entwicklungsstand der Kinder geben dürfen, was bisher nur eingeschränkt gestattet war.