Erstellt am 16. Januar 2016, 13:11

Dutzende Tote bei Anschlägen in Burkina Faso. Bei dem Angriff von Islamisten auf ein vor allem von Ausländern genutztes Hotel und ein Restaurant in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou sind offiziellen Angaben zufolge mehr als 20 Menschen getötet worden. Es gebe "mindestens 22 Tote", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Samstag in der Früh der Nachrichtenagentur AFP. 126 Menschen wurden aus dem Hotel "Splendid" gerettet.

 |  NOEN, APA (AFP)

Das Militär hatte das Hotel und das ebenfalls angegriffene Restaurant "Cappucino" in den Morgenstunden erstürmt und dabei nach Angaben von Innenminister Simon Compaore drei Angreifer getötet, einen Araber und zwei Schwarzafrikaner. 33 der Geiseln seien verletzt.

Nach Angaben Compaores wurde unterdessen ein zweites Hotel, das "Ybi" neben dem "Cappuccino", angegriffen. Diese Attacke dauere noch an, sagte der Innenminister. Ob es dabei Opfer gab, war zunächst unbekannt.

Zu dem Angriff auf das "Splendid" hatte sich die Jihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannt. AQMI hatte erst vor knapp zwei Monaten ein Hotel im benachbarten Mali angegriffen und 20 Menschen getötet. Dort in der Hauptstadt Bamako hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel, dem "Radisson Blu", als Geiseln genommen.

Burkina Faso galt bisher als relativ sicheres Land. Ende 2014 gab es einen Militärputsch, doch erst im Herbst fanden Parlaments- und Präsidentenwahlen statt. In Mali dagegen sind vor allem im nördlichen Sahara-Gebiet radikale Islamisten aktiv. Die Sicherheitseinheiten in Ouagadougou wurden bei ihrer Befreiungsaktion nach Angaben eines leitenden Polizisten von französischen und US-Einsatzkräften unterstützt.

Österreicher waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht von der Gewalt in Ouagadougou betroffen. Das sagte Außenamts-Sprecher Thomas Schnöll der APA auf Anfrage. Demnach halten sich rund 20 Österreicher derzeit in der burkinischen Hauptstadt auf. Burkina Faso ist ein Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Die Austrian Development Agency (ADA) unterhält ein Büro in Ouagadougou.