Erstellt am 19. April 2016, 11:57

von APA/Red

Dutzende Tote bei Bombenanschlag in Kabul. Bei einem Taliban-Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mindestens 28 Menschen - vorwiegend Zivilisten - getötet und mehr als 320 Personen verletzt worden.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag  |  NOEN, APA (AFP)

Ein Lastwagen auf einem Parkplatz direkt neben einem Regierungsgebäude war zur Explosion gebracht worden. Anschließend kam es zu Feuergefechten mit den Taliban-Angreifern.

Viele der Verwundeten schweben in Lebensgefahr, teilte das Gesundheitsministerium mit. Präsident Ashraf Ghani verurteilte den "feigen Terroranschlag". Dieser werde die Entschlossenheit der afghanischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den Terrorismus aber nicht schwächen. Es handelt sich um den ersten großen Anschlag der Taliban in der Hauptstadt seit Beginn ihrer Frühjahrsoffensive.

Das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug war vor einem nur wenige Hundert Meter vom Präsidentenpalast entfernten Gebäude explodiert, in dem eine Einheit des Sicherheitsdienstes NDS untergebracht ist. Er ist für den Personenschutz von Ministern und anderen wichtigen Persönlichkeiten zuständig.

Anschließend drangen mehrere Attentäter auf das schwer bewachte Gelände ein und lieferten sich Zeugen zufolge mehr als 30 Minuten lang ein Feuergefecht. Auch in dem Gebäude sei es zu Schusswechseln gekommen, sagte ein Sprecher der radikal-islamischen Taliban, die sich zu dem Angriff bekannten.

Spezialeinheiten der afghanischen Polizei waren am Anschlagsort im Einsatz. "Wenn noch irgendwelche der Terroristen am Leben sind, werden unsere Kräfte sie bald zur Hölle schicken", sagte Sprecher Sediq Sediqqi. Das Gebäude liegt in einem dicht besiedelten Gebiet der afghanischen Hauptstadt.

Die Sicherheitslage in der Hauptstadt und weiten Teilen des Landes am Hindukusch hat sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Die Taliban hatten vor wenigen Tage ihre Frühjahrsoffensive angekündigt. Neben Selbstmordattentaten sei auch die Tötung von feindlichen Kommandanten in Städten geplant. Ziel sei es, "den Feind in einen Zermürbungskrieg zu verwickeln".