Erstellt am 20. März 2015, 13:14

von APA/Red

Dutzende Tote bei Selbstmord-Attacken auf Moscheen. Bei Anschlägen auf Moscheen im Jemen sind nach Angaben der Rettungskräfte Dutzende Menschen getötet worden.

Die aktuellen Schätzungen reichen von 46 bis 55 Todesopfern. Viele weitere wurden bei den Selbstmordattentaten am Freitag verletzt. Die Anschläge richteten sich gegen zwei von Anhängern der schiitischen Houthi-Miliz besuchte Moscheen in der Hauptstadt Sanaa.

Laut Rettungskräften sprengte sich zunächst ein Attentäter in der Badr-Moschee im Süden von Sanaa in die Luft, eine zweite Explosion gab es, als die Gläubigen aus dem Gotteshaus flohen. Ein weiterer Selbstmordanschlag richtete sich gegen eine Moschee im Norden der Hauptstadt.

Kämpfe: Elf Menschen getötet 50 weitere verletzt

Am Donnerstag hatte der Machtkampf zwischen der Houthi-Miliz und Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi die südliche Küstenstadt Aden erreicht. Bei Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten um die Kontrolle des Flughafens wurden mindestens elf Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt. Ein Kampfflugzeug griff Hadis Residenz an, wo er seit seiner Flucht aus Sanaa lebte. Der Präsident sprach von einem "gescheiterten Putschversuch".

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Dies nutzte die schiitische Houthi-Miliz aus, die seit Sommer vergangenen Jahres auf die Hauptstadt Sanaa vorrückte und diese im September erreichte. Im Jänner übernahm die Miliz mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt, zwang Präsident Hadi zum Rücktritt und setzte ihn unter Hausarrest. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt.

Autobombe tötete 37 Menschen 

Hadi gelang Ende Februar die Flucht nach Aden. Von dort aus zog der international anerkannte Präsident seine Rücktrittserklärung zurück und erklärte die im Süden gelegene Stadt zur neuen Hauptstadt.

Zuletzt waren im Jänner bei der Explosion einer Autobombe vor der Polizeiakademie von Sanaa 37 Menschen getötet worden. Zu dem Zeitpunkt war die Stadt noch nicht vollständig in der Hand der Houthi-Miliz.