Erstellt am 11. Februar 2015, 12:36

von APA Red

Ehefrau erstochen: Strafe auf 20 Jahre erhöht. Ein Berufungssenat des Oberlandesgerichtes (OLG) Linz hat am Mittwoch in Salzburg die Strafe für einen 37-Jährigen, der seine Ehefrau am 6. September 2013 in der Stadt Salzburg erstochen hatte, um zwei Jahre auf 20 Jahre erhöht.

Das Erstgericht hatte am 8. April 2014 noch 18 Jahre wegen Mordes verhängt. Dem angeklagten Bosnier war die Strafe damals zu hoch, der Staatsanwaltschaft zu gering.

"Hebt sich von anderen Mordtaten ab"

Wegen der "heimtückischen, brutalen und grausamen Vorgangsweise" hatte die Erste Staatsanwältin Herta Stix eine höhere Strafe gefordert. Dieser Argumentation schloss sich auch der Berufungssenat bei der heutigen Verhandlung am Landesgericht Salzburg an.

Die Art und Weise, wie der Angeklagte die Tat begangen habe, habe seine Schuld besonders geprägt, erklärte Vorsitzender Günther Winsauer. Der Mann habe insgesamt 14 Mal mit dem Messer zugestochen und letztlich dem 26-jährigen Opfer einen letalen Stich am Hals zugefügt, der so tief gewesen sei, dass er die Wirbelsäule verletzt habe. "Das hebt sich von anderen Mordtaten ab", sagte Winsauer.

Noch dazu sei die gemeinsame vierjährige Tochter während der Bluttat in der Wohnung gewesen. "Es ist nicht auszuschließen, dass sie die Tat mitbekommen hat", gab der Vorsitzende zu bedenken." Neben dem Schock und Trauerschmerz wisse man noch nicht, welche posttraumatischen Störungen bei dem Kind eingetreten seien.

Verteidiger: Mandant habe die Tat nicht geplant

Der bisher unbescholtene Angeklagte sagte zu Verhandlungsbeginn, er fühle sich unfair behandelt. Das Gericht habe viele Fehler gemacht, es sei ihm auch nicht alles vom Dolmetscher übersetzt worden. Der Oberste Gerichtshof hatte allerdings seine Nichtigkeitsbeschwerde im Dezember 2014 zurückgewiesen.

Damit war der Schuldspruch rechtskräftig geworden. Heute ging es nur mehr um die Strafbemessung. Der Verteidiger betonte erneut, sein Mandant habe die Tat nicht geplant, er sei damals aufgrund der Untreue seiner Frau in eine heftige Gemütsbewegung geraten. Deshalb fordere der Angeklagte eine geringere Strafe. An die Tat selbst konnte sich der Mann seinen Angaben zufolge nicht mehr erinnern.