Erstellt am 28. Januar 2015, 15:38

Eineinhalb Stunden unter Lawine überlebt. Relativ glimpflich sind am Mittwoch zwei Lawinenunfälle in Tirol und Vorarlberg ausgegangen. Vor allem der Ausgang des Unfalls in Lech am Arlberg grenzte " an ein Wunder", wie es Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel bezeichnete.

Dort konnte ein metertief verschütteter Skifahrer nach eineinhalb Stunden nicht nur lebend, sondern sogar ansprechbar geborgen werden. Der Skifahrer war allein im freien Skiraum im Bereich Mohenenmähder unterwegs, als er gegen 11.20 Uhr die Lawine selbst lostrat. Er wurde von den Schneemassen mitgerissen und verschüttet. "Die Lawine war rund 200 Meter lang und wies eine Breite von zehn bis 20 Metern auf. Der Skifahrer wurde in einer Tiefe von zwei Metern entdeckt", beschrieb Muxel den Hergang des Unglücks.

Sofort nach Bekanntwerden des Lawinenabgangs wurde eine groß angelegte Suchaktion gestartet, an der neben der Pisten- und der Bergrettung sowie freiwilligen Helfern auch zwei Helikopter beteiligt waren. Dennoch dauerte es rund eineinhalb Stunden, bis der Wintersportler geortet werden konnte. Dieser war zwar mit einem Lawinenverschütteten-Suchgerät ausgestattet, hatte es aber nicht eingeschaltet. Der Urlauber wurde nach der Erstversorgung ins Krankenhaus geflogen.

Drei Variantenfahrer verschüttet

Das Lawinenunglück in Tirol ereignete sich auf der Nordkette oberhalb von Innsbruck. Dort wurden gegen 10.15 Uhr drei Variantenfahrer verschüttet bzw. teilverschüttet. Einer von ihnen wurde ins Krankenhaus nach Hall geflogen, die beiden anderen blieben weitgehend unverletzt und wurden von der Bergrettung ins Tal gebracht.

Laut ersten Erhebungen der Polizei löste sich eine große Lawine in der "Direttissima", einer Rinne des Hafelekars, und verschüttete zwei der drei Variantenfahrer. Die beiden hätten aber schnell von ihren Kameraden geborgen werden können. Unmittelbar nach der großen Lawine habe sich ein weiteres Schneebrett gelöst, hieß es. Die Identität der Verschütteten war vorerst unbekannt. Die Erhebungen der Polizei waren noch im Gange.