Erstellt am 12. Juli 2015, 07:06

von APA Red

Einheitliche Medizin-Checks für Prostituierte. Die medizinischen Untersuchungen von Prostituierten beim Amtsarzt werden vereinheitlicht und dem Stand der medizinischen Wissenschaft angepasst.

 |  NOEN, APA

Das sieht eine Neuerlassung der "Verordnung über gesundheitliche Vorkehrungen von Personen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen" von Gesundheitsminister Sabine Oberhauser (SPÖ) vor, die mit 1. Jänner 2016 in Kraft treten soll.

Die amtsärztlichen Untersuchungen in Bezug auf Geschlechtskrankheiten sollen künftig nicht mehr einmal pro Woche, sondern nur noch alle sechs Wochen durchgeführt werden. Die Kontrolluntersuchungen in Bezug auf Tripper sollen im Abstand von sechs Wochen, jene in Bezug auf Syphilis alle zwölf Wochen vorgenommen werden.

Im Rahmen der erstmaligen Untersuchung hat der Amtsarzt die Prostituierten auch über Verhaltensregeln zur Vermeidung von Infektionen, die Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung sowie über die Sinnhaftigkeit von gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen zu beraten. Der Amtsarzt hat im Rahmen der Kontrolluntersuchungen auch über einschlägige Beratungs-Einrichtungen sowie auf Ersuchen über mögliche Ausstiegsszenarien zu informieren.

Für die nötigen Laboruntersuchungen müssen die Bezirksverwaltungsbehörden künftig die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) heranziehen. Dadurch sollen die Untersuchungen vereinheitlicht und auf den neuesten Stand der Medizin gebracht werden.

Das Gesundheitsministerium argumentiert, dass sich hier österreichweit eine völlig uneinheitliche Vollzugspraxis herausgebildet habe, wobei die verwendete Labormethodik teilweise nicht mehr dem Stand der Wissenschaft entspreche.