Erstellt am 12. Juni 2015, 11:11

von APA Red

Einigung mit Gläubigern laut Athen bis 18. Juni möglich. In der griechischen Finanzkrise sind die kommenden Tage nach Einschätzung der Regierung in Athen entscheidend.

 |  NOEN, APA (epa)

Eine Einigung mit den Gläubigern sei bis zur Tagung der Eurogruppe am nächsten Donnerstag möglich, sagte der griechische Staatsminister Alekos Flambouraris. Laut Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem muss sich die griechische Regierung zu harten Reformen im Gegenzug für Hilfen bekennen.

"Es wird eine Einigung geben, weil eine Pleite Griechenland weder zugunsten von uns noch unseren Gläubigern wäre", sagte Flambouraris. Er gilt als einer der engsten Berater des linken Regierungschefs Alexis Tsipras.

Dijsselbloem sagte der finnischen Tageszeitung "Helsingin Sanomat": "Wenn die griechische Regierung die Tatsache nicht akzeptieren kann, dass es keine einfache Lösungen gibt und dass schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen, steht sie alleine da.""Wir können Griechenland nicht helfen, wenn sich Griechenland nicht selbst helfen will." Eine politische Entscheidung über Hilfen sei jederzeit möglich, so lange sie glaubwürdig sei und die finanzielle Unabhängigkeit Griechenlands sichere.

Die Eurogruppe berät am 18. Juni in Luxemburg über die Finanzkrise. Ende Juni droht Griechenland die Staatspleite, wenn bis dahin keine Übereinkunft über die Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 7,2 Mrd. Euro erzielt wird. Um das zu vermeiden, wird nach Angaben von EU-Diplomaten über eine Verlängerung des Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramms um drei Monate diskutiert.

Athen könnte zudem Zugriff auf etwa 10,9 Mrd. Euro Reserven erhalten, die im laufenden Hilfsprogramm zurückgestellt wurden, um Banken zu rekapitalisieren.

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte dem Fernsehsender Mega, entweder gebe es bis Donnerstag eine Einigung oder Athen werde seine Schulden an die Geldgeber "nie" zurückzahlen. Kammenos ist Chef der rechtspopulistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel), des kleineren Koalitionspartners von Tripras Linkspartei Syriza und gilt als Hardliner in der Regierung.

Zuletzt gab einen Rückschlag in den Verhandlungen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) zog überraschend sein Verhandlungsteam wegen großer Differenzen aus Brüssel ab. Ohne Hilfsgelder droht Griechenland die baldige Staatspleite.