Erstellt am 07. Juli 2015, 21:08

von APA Red

Einigung mit Iran in 48 Stunden oder gar nicht. Die Atomverhandlungen mit dem Iran werden nach Angaben aus Verhandlungskreisen nicht nochmal verlängert. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend, sagte ein Insider am Dienstagabend.

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"Wir haben eine letzte Verlängerung eingeräumt", sagte er weiter. Es sei kaum vorstellbar, noch mal darüber hinauszugehen. "Entweder es passiert in den kommenden 48 Stunden oder gar nicht."

Zuvor war bekanntgeworden, dass noch bis Freitag weiterverhandelt werden soll, um eine Vereinbarung im Streit über das iranische Atomprogramm zu erreichen. Eigentlich wollten die Unterhändler bis Dienstag um Mitternacht ein Abkommen erzielen. Die Frist endete ursprünglich Ende Juni und war schon einmal verlängert worden.

Die verhandelnde Sechser-Gruppe aus den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms Atomwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet das, lässt aber internationale Kontrollen seiner Atomanlagen nicht zu. Die Vereinten Nationen haben deswegen Sanktionen gegen Iran verhängt.

Nach Angaben der US-Delegation bei den Wiener Atomgesprächen würden die von der UNO verhängten Sanktionen gegen das Raketenprogramm und den Waffenhandel des Iran auch unter einem Atomabkommen bestehen bleiben. Das sagte ein hochrangiger US-Vertreter am Dienstag.

Der Iran fordert die Aufhebung aller gegen ihn verhängten Sanktionen bei Inkrafttreten eines Atomabkommens. Das müsse auch für den Handel mit Waffen und Raketen gelten. Der Westen lehnt dies aber ab.

Der britische Außenminister Philip Hammond reiste am Dienstagabend nach London, er wird aber am Mittwochabend zu den Atomgesprächen in Wien zurückkehren. Am Donnerstag werde es voraussichtlich wieder eine Zusammenkunft der 5+1 (UNO-Vetomächte plus Deutschland) geben, sagt er vor seiner Abreise. "Wir hoffen, dass wir am Donnerstag solide Fortschritte erzielen werden, wenn wir wieder zusammenkommen", sagte der britische Außenminister.