Erstellt am 15. April 2014, 11:51

Einsatz gegen Separatisten begonnen. Der seit langem angekündigte Spezialeinsatz der ukrainischen Regierung gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes hat begonnen.

Allerdings sind sowohl der genaue Umfang der Operation als auch der Einsatzort der Spezialkräfte unklar. Interimspräsident Turtschinow teilte mit, die Einheiten würden im Norden des Gebiets Donezk nahe der Grenze zu Russland vorrücken. "Ziel ist der Schutz der Bürger vor Terroristen, die das Land zerreißen wollen", sagte Turtschinow am Dienstag im Parlament. Die Gegner der prowestlichen Führung meldeten Schusswechsel und Verletzte aus der Region. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Regierungskräfte hätten am Morgen das Feuer auf Straßensperren vor Slawjansk eröffnet, sagte ein Sprecher der Aktivisten. Bewaffnete hätten die Stadt umstellt. Die "Selbstverteidigungskräfte" bereiteten sich auf einen Angriff vor.

In Slawjansk und zahlreichen anderen Orten halten Separatisten Verwaltungsgebäude besetzt. Sie fordern einen föderalen Staat mit weitgehenden Autonomierechten für das russisch geprägte Gebiet. Die Regierung in Kiew hatte die Aktivisten aufgefordert, bis zum Montagmorgen alle Gebäude zu räumen und die Waffen niederzulegen.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurde der prorussische Präsidentenkandidat Oleg Zarjow nach einer TV-Sendung von Unbekannten angegriffen und mit Schlägen traktiert. Mitarbeiter von Zarjow, der sich in einer Klinik behandeln ließ, machten Rechtsextreme für die Attacke verantwortlich. Die Wahl soll am 25. Mai stattfinden.

Die UNO sieht unterdessen keine Hinweise auf systematische Übergriffe auf die russischstämmige Bevölkerung im Osten der Ukraine. Anderslautende Berichte, mit denen pro-russische Separatisten eine Intervention Russlands in dem Konflikt erreicht wollten, seien aufgebauscht, erklärte die UNO-Menschenrechtsbehörde am Dienstag in Genf.